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Die Spritpreise an den Tankstellen steigen immer weiter. Der Dieselpreis ist nun so hoch wie nie zuvor in Deutschland, wie Daten des ADAC zeigen.
München – Der Dieselpreis hat in Deutschland einen Rekord erreicht und ist so hoch wie nie zuvor. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter am Mittwoch (1. April) 2,327 Euro und übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Die Zahl ist nicht inflationsbereinigt. Auch Superbenzin E10 verteuerte sich am ersten Tag des Inkrafttretens der neuen Regeln weiter: Der bundesweite Durchschnittspreis lag laut ADAC bei 2,129 Euro je Liter, ein neuer Jahreshöchststand.
Diesel ist so teuer wie nie zuvor im bundesweiten Tagesdurchschnitt. (Archivbild) © Philip Dulian/dpa
Am Mittwoch waren auch die von der schwarz-roten Regierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) im Eilverfahren beschlossenen neuen Vorschriften in Kraft getreten: Nun dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden; Preissenkungen sind aber jederzeit erlaubt.
12-Uhr-Regel nutzlos? Diesel steigt auf Allzeithoch
Der ADAC kritisierte die Preiserhöhungen des Mittwochs als unangemessen, da der Rohölpreis zwischen dem 31. März und dem 1. April gesunken sei. „Die Sorge des ADAC scheint sich zu bestätigen, dass Mineralölkonzerne im Zweifel einen Risikoaufschlag machen, weil sie Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen können“, sagte ein Preisexperte des Autoclubs in München. Die Neuregelung reduziere das hohe Preisniveau offenbar eher nicht. „Nach Überzeugung des ADAC ist es nun Aufgabe des Bundeskartellamtes, Mineralölkonzerne zur Mäßigung zu bewegen.“
Der ADAC stellte im Rückblick auf den März auch im Monatsschnitt den höchsten durchschnittlichen Dieselpreis jemals fest. Im Monatsmittel kostete ein Liter Diesel demnach 2,164 Euro. Den bisherigen Preisrekord hatte der März 2022 gehalten, als kurz zuvor Russland die Ukraine überfallen hatte. „Auch Super E10 hat sich zuletzt sehr stark verteuert und kostete im März im Schnitt 2,022 Euro“, erklärte der ADAC. Damit war Benzin aber noch 4,7 Cent günstiger als im Rekordmonat März 2022.
Hohe Spritpreise: Bundeskartellamt rüstet sich
Das Bundeskartellamt rüstet sich derweil für die Durchsetzung des neuen Gesetzespakets. Eine neu geschaffene Abteilung solle sich künftig ausschließlich mit dem Mineralöl- und Kraftstoffbereich befassen, teilte die Behörde mit. „Jetzt können wir uns mit Nachdruck an die Durchsetzung begeben“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Künftig kann die Behörde leichter gegen mutmaßlich überhöhte Preise auf Raffinerie- oder Großhandelsebene vorgehen. (lma mit Reuters/dpa)