Herbert Tambour hat vor 37 Jahren den Dynamo-Fahrradladen in der Augsburger Innenstadt gegründet. 2021 kam mit Elephant Cargo ein weiteres Geschäft dazu. Mit zwei jüngeren Partnern und guten Mitarbeitern an wichtigen Positionen sah er die Nachfolge gut geregelt, sollte er sich einmal zurückziehen oder kürzertreten wollen. Aber Stück für Stück begann sein Plan zuletzt zu bröckeln. Zunächst stieg einer der Partner aus familiären Gründen aus. Dann fiel ein wichtiger Mitarbeiter langfristig aus. Als auch der zweite Partner, Christoph Mießl, ankündigte, kürzertreten zu wollen, schien seine Idee von einem schleichenden Generationswechsel dahin. Aktuell stehen laut IHK in Bayerisch-Schwaben rund 18.000 Unternehmen zur Übergabe an und nicht in jedem Fall werde es wohl am Ende eine Nachfolge geben. Dieses Szenario hatte plötzlich auch Tambour im Hinterkopf. Umso mehr freut er sich nun, dass es eine unerwartete Wendung gab. Auch wenn ihn das schneller in den Ruhestand bringt als geplant.

Zum 1. April schlossen sich der Dynamo Fahrradladen und das auf Lastenräder spezialisierte Unternehmen Elephant Cargo der Radstation Augsburg GmbH an. „Es entsteht auf diese Weise ein starker regionaler Verbund, der alle Bereiche rund ums Fahrrad abdeckt – vom Faltrad, über Stadt- und Trekkingrad bis zu Lastenrädern für Privatpersonen und Unternehmen“, so Radstation-Geschäftsführer Lukas Lis.

Bewusste Entscheidung: Vom Partner zurück zum Betriebsleiter

Herbert Tambour sagt, dieser Vorschlag seines Partners Christoph Mießl und Lukas Lis kam für ihn Ende letzten Jahres überraschend. Sei aber der richtige Weg, wolle er seine Arbeit der letzten fast vier Jahrzehnte erfolgreich in die Zukunft führen. Und auch für Mießl ist die neue Konstellation ein Gewinn. Er tritt bewusst in die Reihe des Betriebsleiters zurück und schafft sich so wieder mehr Freiraum für seine eigentliche Leidenschaft, die Beratung von Kunden und das Arbeiten am Rad. Zudem bleibe in dieser Rolle mehr Zeit für die Familie. Die administrativen Tätigkeiten übernehme im Wesentlichen Lukas Lis.

Für die Kunden und Personal ändert sich nichts. Die einzelnen Läden bleiben unter gleichem Namen erhalten. Nur an einer Stelle wollen Lis und Mießl nachsteuern: beim Lastenrad-Sharing. Als Partner der Stadt Augsburg betreibt der Cargobike-Spezialist mit Lech Elephant den städtischen Lastenrad-Verleih. Mit 13 Rädern sei das Angebot erst am Anfang. Man wolle daher demnächst auf die neue Stadtregierung zugehen und Entwicklungsmöglichkeiten besprechen. Als Beispiel könnte Regensburg dienen. Dort seien bereits 300 Lastenräder im Verleihsystem unterwegs. Unter anderem unterstütze die Stadt finanziell und ermögliche, Laternenmasten anzuzapfen, um die Fahrräder zu laden.

  • Andrea Wenzel

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  • Fahrradladen

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  • Generationswechsel

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