Im Prozess am Landgericht Mannheim ging es insgesamt um drei Tatkomplexe: Dafür, dass der Mann heimlich Frauen auf der Toilette der Universitätsbibliothek filmte, hat das Gericht nun eine Freiheitsstrafe von neun Monaten verhängt. Darüber hinaus ging es um einen Überfall auf eine Joggerin sowie einmal eine Sexualstraftat in einer S-Bahn. In diesen beiden Fällen hat das Gericht den 26-Jährigen wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen. Allerdings angeordnet, ihn in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen.
Der Verurteilte wird nun im PZN (Psychiatrisches Zentrum Nordbaden) in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) untergebracht.
Schon zu Beginn der Verhandlung hatte der 26-Jährige über seinen Verteidiger einen Großteil der Vorwürfe eingeräumt. Das Urteil nahm der Mann am Donnerstag äußerlich regungs- und emotionslos zur Kenntnis.
Frauen mit Trick in Toilettenkabine gefilmt
Im Mai 2025 hatte er mehrere Frauen auf einer Damentoilette der Uni Mannheim gefilmt. Laut Anklage hatte er ein Schild mit der Aufschrift „Defekt“ auf eine mittlere Toilettenkabine angebracht haben, um die Frauen dann in den Kabinen nebenan zu filmen.

Prozess in Mannheim: „Psychisch auffälliger Mann“
Der 26-Jährige hatte auch eingeräumt, eine zum Tatzeitpunkt 15-jährige Joggerin am Mannheimer Neckarufer in ein Gebüsch gezerrt und gewürgt zu haben. Er habe dann versucht, sie zu vergewaltigen, so die Staatsanwaltschaft. Er hatte dann aber von der Joggerin abgelassen, als zufällig eine Passantin vorbeigekommen war.
Weitere Exhibitionistische Handlungen
Außerdem war der Mann in Neckargerach (Neckar-Odenwald-Kreis), Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) und Heidelberg sowie in einer S-Bahn jeweils durch exhibitionistische Handlungen aufgefallen. Der 26-Jährige hatte in der S-Bahn ejakuliert. Den Vorfall in der S-Bahn räumte der 26-Jährige ebenfalls über seinen Verteidiger im Prozess ein. Hinzu kamen weitere Taten. Der Verteidiger betonte in der Erklärung, dass sein Mandant die Handlungen bereue.

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Härtere Strafe für versteckte Kameras auf dem Klo?
Ein Mann hat auf den Klos von der Universität in Freiburg Frauen gefilmt.
Der Mann hat eine Strafe bekommen.
Aber die Staats·anwaltschaft sagt:
Die Strafe ist nicht hoch genug.
Prozess in Mannheim: 26-Jähriger „psychisch auffällig“
Während des Prozesses hatte die Staatsanwaltschaft den Mann bereits als „psychisch auffällig“ beschrieben. Auch deshalb nahm ein psychiatrischer Sachverständiger am Prozess teil. Die Mutter des nun Verurteilten hatte im Prozess ein schwieriges Verhältnis zwischen ihr und ihrem Sohn beschrieben. Er habe bei verschiedenen Beratungsstellen und Kliniken Hilfe gesucht.