„Es geht robuster zu in der Stadt“

Frankfurt: Was Bewohner an ihrer Stadt lieben – und was nicht

Aktualisiert am 02.04.2026 – 13:47 UhrLesedauer: 3 Min.

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Blick vom Mainufer auf die Frankfurter Skyline mit Frühlingsblüten und Eiserner Steg: Die Stadt präsentiert sich auf diesem Foto idyllisch – doch nicht alle erleben sie so. (Quelle: IMAGO/Florian Gaul/imago-images-bilder)

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Hohe Mieten, internationales Flair, soziale Brennpunkte: Frankfurter zeichnen online ein facettenreiches Bild vom Leben am Main – üben aber auch Kritik.

Frankfurt am Main polarisiert. In einem viel beachteten Reddit-Beitrag mit dem Titel „Lebt ihr gerne in Frankfurt?“ schildern Menschen ihre persönlichen Eindrücke. Gelobt wird vor allem der Mix aus Urbanität und Natur: „Frankfurt hat die Vorteile einer Großstadt und gleichzeitig die Ruhe einer Kleinstadt – je nachdem, in welchem Viertel man wohnt“, schreibt ein Nutzer.

Wohnraum: Teuer und knapp

Doch bei allem Lob gibt es auch Kritik – vor allem am Wohnungsmarkt. „Es ist ein guter Ort für Menschen mit Geld, aber schwierig für alle anderen“, heißt es in einem Beitrag. Eine Einschätzung, die sich auch in Zahlen spiegelt: Die Durchschnittsmiete liegt laut einer Analyse vom Immobilienportal „immoverkauf24“ aktuell bei 19,41 Euro pro Quadratmeter. Besonders Haushalte mit geringem Einkommen sind belastet – sie geben laut Statistik im Schnitt 44 Prozent ihres Einkommens für Miete aus.

Besonders junge Menschen und Studierende sind von der Situation betroffen. Frankfurt hat mit 41,1 Jahren das niedrigste Durchschnittsalter unter den größten deutschen Städten – vor München (41,5) und Hamburg (42,0).

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Zwar prägen junge Berufstätige und Studierende das Stadtbild, doch die angespannte Wohnraumsituation stellt gerade sie vor Herausforderungen.

Öffentlicher Nahverkehr: Zwischen guter Anbindung und Frust

Auch beim Thema Mobilität gehen die Meinungen auseinander. Einige loben die gute Vernetzung: „Ich fahre meistens mit der Straßenbahn zur Arbeit. Wenn ich fünf Minuten laufe, habe ich die Möglichkeit, die S-Bahn zu nehmen – und zur Not auch die U-Bahn, falls gestreikt wird“, schreibt ein Nutzer.

Ein anderer Nutzer beschreibt: „Ich bin in den 1990er-Jahren nach Frankfurt gezogen, hatte zunächst ein Auto – und habe es Mitte der 90er verkauft. Ich habe es nie vermisst.“

Kritik an Ausfällen und Verspätungen

Doch auch Kritik wird geäußert – vor allem wegen Ausfällen und Verspätungen: „Die S-Bahn ist wirklich nicht gut. Immer verspätet, manchmal wird sie einfach ohne Grund gestrichen“, schreibt ein Nutzer. Besonders am Hauptbahnhof komme es häufig zu chaotischen Szenen.

Eine ADAC-Studie vom September 2024 bestätigt diese Eindrücke: Nur 33 Prozent der Frankfurter S-Bahnen fuhren pünktlich, die U-Bahnen schnitten mit 46 Prozent kaum besser ab. Als Gründe nennt der ADAC ein überlastetes Schienennetz und Personalmangel.

Bahnhofsviertel: Kritik an Schmutz und Sicherheit

Ein zentraler Kritikpunkt vieler Beiträge ist das Bahnhofsviertel. Dort sei Armut besonders sichtbar. „Ich war überwältigt von der Zahl an Menschen, die einfach auf der Straße lagen“, beschreibt ein Nutzer.