Der Irak hat mit dem Transport von Rohöl per Lastwagen durch Syrien begonnen. Syrien werde die sichere Passage des Öls sicherstellen, erklärte das irakische Ölministerium am Mittwochabend. Die Exporte würden schrittweise erhöht, fügte das Ministerium hinzu, ohne weitere Angaben zu machen. Aus Kreisen des irakischen Ölsektors hieß es, es seien bislang 178 von 299 geplanten Lastwagen in der syrischen Hafenstadt Banias angekommen.
Die Lieferung sei aus dem Irak über den Grenzübergang Al-Tanf nach Syrien eingefahren worden, sagte ein Sprecher des staatlichen Ölunternehmens Syriens. Im Terminal von Banias würden die Trucks entladen und das Öl für die weitere Ausschiffung auf Öltanker verladen.
Der Irak ist ein Gründungsmitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und bezieht 90 Prozent seiner Einnahmen aus dem Ölverkauf. Den Großteil seines Öls exportierte das Land bisher über den Wasserweg durch die Straße von Hormus, doch diese blockiert der Iran als Reaktion auf US-israelische Angriffe.
Im Iran hat die Zerstörung ziviler Infrastruktur bei Anhängern der Regierung wie auch bei ihren Gegnern Wut und Fassungslosigkeit ausgelöst. Außenamtssprecher Ismail Baghai kritisierte die Bombardierung des Pasteur-Instituts, eines Forschungszentrums für Biologie und Medizin in der Hauptstadt Teheran, scharf. „Herzzerreißend, grausam, verabscheuungswürdig und absolut empörend“, schrieb er auf X. Es handle sich nicht nur um ein weiteres Kriegsverbrechen, sondern um „einen barbarischen Angriff auf grundlegende menschliche Werte“.
Das Pasteur-Institut sei seit einem Jahrhundert eine Ikone des iranischen Gesundheitssystems und ein Symbol des modernen Iran, schrieb Vali Nasr, Professor an der Johns Hopkins University in Washington, auf X. Seine Zerstörung habe keinen anderen Zweck als die Geschichte des Iran anzugreifen, die Geschichte seiner Modernisierung und Entwicklung.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor weitere heftige Angriffe gegen den Iran angekündigt. „Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören“, sagte er in einer Rede an die Nation. Bei vielen Iranerinnen und Iranern, auch Regierungsgegnern, löste dies große Empörung aus.
Im Iran ist eine bekannte Menschenrechtsanwältin mitten im Krieg inhaftiert worden. Nasrin Sotudeh sei am Mittwoch festgenommen worden, berichtete ihre Tochter Mehraveh Khandan auf Instagram.