In Köln hat sie begonnen, die offizielle Abschiedstournee von Rocco Reitz bei Borussia Mönchengladbach. Das wilde Derby beim 1. FC Köln (3:3) war das erste Spiel nach der Verkündung seines Wechsels zum Ligarivalen RB Leipzig im Sommer.
Sieben mal 90 Minuten als Borusse stehen nun noch aus, die ersten sind die am Samstag gegen den 1. FC Heidenheim (15.30 Uhr, Sky), für die der zwischenzeitlich angeschlagene Reitz bereit ist.
Der nächste Verlust eines Eigengewächses für Gladbach aber steht fest. „Wir haben dann eine Planstelle frei“, sagt Sportchef Rouven Schröder. Die Frage ist: Wie ersetzt Schröder Reitz in der nächsten Saison? Unsere Redaktion fragte nach, wie das Profil des „neuen“ Reitz definiert ist: Sehr ähnlich oder sollen andere Akzente gesetzt werden?
„Man kann davon ausgehen, dass wir auf den Fall vorbereitet sind. Es muss ja nicht ein Nachfolger sein, der ein gleiches Profil hat. Es gibt verschiedenste Varianten. Wir sind da sehr flexibel“, sagte Schröder. „Wir haben auch schon Spiele ohne Rocco gehabt, in denen wir es gut gemacht haben.“
Reitz fehlte in dieser Saison in Freiburg (1:2) wegen einer Gelbsperre und gegen den FC St. Pauli (2:0), nachdem er beim 1:4 in München Rot gesehen hatte. Zuletzt war es gegen St. Pauli Kevin Stöger, der vor der Abwehr zum Einsatz kam, als Reitz fehlte. „Wir haben verschiedene Spieler im Kader, die da spielen können. Dazu gehört Jens Castrop“, sagte Schröder. Der südkoreanische Nationalspieler kam vergangenen Sommer für 4,5 Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg. Im Februar 2025 wurde der Transfer realisiert – wohl prophylaktisch.
In Castrop ist der Reitz-Nachfolger womöglich schon da
„Jens Castrop ist damals auch als Alternative für Rocco ausgewählt worden. Weil man sicher war, dass Rocco, wenn er so weiterspielt, auch die Möglichkeit bekommt, auf dem Transfermarkt zu wechseln. Jens kann viele Positionen bekleiden, diese Position könnte er auch spielen“, sagte Schröder.
Heißt: Borussia traut Castrop zu, den Reitz-Abgang aufzufangen. Das Profil ist durchaus ähnlich, beide zeichnet ein großer Wille und eine gute Dynamik aus. Und doch sind es zwei ganz andere Typen. Castrop bringt mehr Wildheit auf den Platz, hat, was das angeht, ein bisschen was vom früheren Gladbach-Kapitän Granit Xhaka.
Dass er nun schon eine Saison hinter sich hat zur Eingewöhnung in der Bundesliga, hilft ihm. Denn eine gewisse Leader-Qualität wird an der Stelle vonnöten sein. „Er ist voll eingeschlagen und war ein toller Transfer. Gleichzeitig wird er sich noch weiterentwickeln“, sagte Schröder.
Schröder: „Werden uns auch noch weiter umschauen“
Zuletzt setzte Trainer Eugen Polanski Castrop als Schienenspieler ein, rechts und links. Gegen Heidenheim dürften Reitz und Castrop nah beieinander spielen: Reitz als linker Sechser, Castrop daneben auf der Schiene.
Castrop würde künftig nach innen rücken als interner Ersatz für Reitz. Doch nach wie vor ist auch eine externe Lösung möglich. „Wir werden uns auch noch weiter umschauen“, sagte Schröder. Castrop jedoch ist wohl in der Pole-Position für die Reitz-Nachfolge.