Problematisch wird es, wenn Bettler Umstände vortäuschen, wie eine verlorene Geldbörse oder eine Beeinträchtigung wie Blindheit. Dies könne als Betrug gewertet werden. Tatsächlich gibt es inzwischen in vielen Städten in Deutschland Menschen, die offensichtlich körperlich beeinträchtigt auf der Straße leben – oder zumindest so tun. Organisierte Bettlerbanden gebe es nicht, betont laut der Caritas die Polizei.

Allerdings gibt es Menschen aus Südosteuropa, die nach Deutschland gekommen sind, in der Hoffnung, hier ein besseres Leben zu finden. Auch falsche Versprechungen in ihren Heimatländern befeuern dies. „Ihre starke Familien- und Gruppensolidarität führt dazu, dass sie sich gemeinsam auf die Reise machen, gemeinsam wohnen und gemeinsam betteln. Das heißt noch lange nicht, dass man es mit ‚organisierten‘ Banden zu tun hat, und erst recht nicht, dass etwas Kriminelles daran wäre“, so die Caritas.

Das ungute Gefühl, das einige verspüren, wenn sie Bettler sehen, ist der Caritas bekannt. Die Angst, selbst sozial abzusteigen und betteln zu müssen, schwingt bei den Begegnungen immer mit. „Sie fühlen sich unsicher und hilflos, schauen lieber weg, als sich der Realität zu stellen, sich mit der unangenehmen Kehrseite unserer Konsum- und Wohlstandsgesellschaft auseinanderzusetzen. Viele Geschichten zeugen davon, wie schnell ein ‚Abstieg aus der Gesellschaft‘ erfolgen kann. Meist sind es mehrere Schicksalsschläge, die zusammenkommen: Krankheit, Jobverlust, Überschuldung, Trennung …“, so die Caritas.