Weitere Informationen
„Minihorror“
nach dem gleichnamigen Roman von Barbi Marković
Adresse:
Schauspielhaus Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 64
39104 Magdeburg
Dauer: 70 Minuten, keine Pause
Termine:
16. April, 19:30 Uhr
Oper in Dessau: „Alma“ am Anhaltischen Theater
Das alljährlich gefeierte Kurt-Weill-Fest ist zwar schon wieder vorbei, doch die hauseigene Produktion des Anhaltischen Theaters bleibt Dessau noch etwas erhalten. Im Sinne Weills, der (nicht ganz ohne Zwang) in der Welt zu Hause war und wie kaum ein anderer Avantgarde mit Salon verbinden konnte, stand in diesem Jahr die Erstaufführung der Oper „Alma“ des brasilianischen Komponisten Cláudio Santoro auf dem Spielplan. Dass dabei auf Portugiesisch gesungen wird, ist auch für Kenner ein besonderes Erlebnis.
Die Oper handelt von der Prostituierten Alma, die sich erstmal nicht unterkriegen lassen und vielleicht sogar noch etwas Glück im Leben erlangen will. Es ist gar nicht so einfach: Ihr Liebhaber ist gleichzeitig ihr Zuhälter, ihr Umfeld von Gewalt geprägt. Auf der Bühne werden gleich mehrere Abtreibungen angedeutet. Ein Strohhalm zum gesellschaftlichen Aufstieg erweist sich als trügerisch und so kehrt Alma auch wieder in ihr Leben im Halbdunkel voller Glamour zurück.
Kritiker Roland Dippel lobt bei „Concerti“ eigentlich alles an dieser Produktion: Die Regie schafft es, die tieferen Ebenen der Geschichte auszuloten, vertieft sie sogar noch. Sängerin Iordanka Derilova in der Titelpartie weiß einmal mehr, das Publikum zu verzaubern und zu begeistern. Die Anhaltische Philharmonie gräbt sich unter der Leitung des Dessauer Musikchefs Markus L. Frank in die unbekannte Komposition ein. Und die allein sorgt schon für Begeisterung: „Santoros Musik dazu strömt wie ein unaufgeregter und gerade deshalb eindringlicher Strom mit Tiefgang“, so Dippel.
Weitere Informationen
„Alma“
Oper von Claudio Santoro
Adresse:
Anhaltisches Theater
Friedensplatz 1a
06844 Dessau-Roßlau
Dauer: 165 Minuten, eine Pause
Termine:
25. April, 17 Uhr
Tanztheater in Halle: „Medea“ im Opernhaus
Diese Ballett-Produktion sei ein Wurf, meint der Kritiker Joachim Lange in der „Mitteldeutschen Zeitung“ begeistert. Der Mythos Medea fasziniert das Publikum eben auch nicht umsonst schon seit Jahrtausenden, gerade weil die Geschichte nicht so eindeutig ist: Medea scheint am Ende der Geschichte die böse Zauberin zu sein, die Zorn und Rachsucht über die Liebe zu ihren Kindern stellt. Doch vielleicht ist auch Jason der Böse, der die Zauberkräfte gerne nutzt, um seine Ziele zu erreichen, aber seine Liebesversprechen schnell für eine bessere Partie vergisst. Oder es sind König Kreon und die Menschen von Korinth, die Medea mehr als deutlich spüren lassen, dass sie als Fremde nie dazugehören wird.
All das kommt in der Choreografie von Michal Sedláček zum Tragen, vor allem, weil hier alles stimmt, wie sich Kritiker Lange freut. Zu einem schaffen es die Tänzerinnen und Tänzer, durch ihren Ausdruck den Figuren viel Tiefe zu verleihen. Zu den Klängen des US-amerikanischen Komponisten Samuel Barber, des Klassik-Metal-Crossovers Apocalyptica und des Ensembles Les Tambours du Bronx entwickelt der Ballettchef eine Choreografie, um „die Spannung der Geschichte souverän in Tanz zu übersetzen, ohne dass auch nur der Verdacht aufkommt, man würde lieber sprechen als tanzen“, so Lange. Hinzu kommen ein schönes Bühnenbild und eine beeindruckende Lichtregie.
Weitere Informationen
„Medea“
Ballett von Michal Sedláček mit Musik von Samuel Barber, Apocalyptica und Les Tambours du Bronx
Adresse:
Opernhaus
Universitätsring 24
06108 Halle (Saale)
Dauer: 80 Minuten, keine Pause
Termine:
6. April, 16:00 Uhr
12. April, 16:00 Uhr
18. April, 19:30 Uhr
Figurentheater in Dessau: „Die Legende von Paul und Paula“ am Alten Theater
Am Ende schimmert kurz die Hoffnung auf, doch dann schlägt das Schicksal doch erbarmungslos zu. Eher zufällig finden Paul und Paula in dem Kult-DEFA-Film zueinander, doch es dauert einige Zeit, bis sie sich eingestehen, dass sie zusammengehören. Paula wird schwanger und stirbt bei der Geburt. Die Theatermacherin Rike Schuberty übernimmt die Rolle der Paula nach ihrem Tod: Sozusagen aus dem Totenreich erzählt sie ihre Geschichte, wobei sie die Figuren wie Paul oder Reifen-Saft mit einfachen Mitteln auftreten lässt, etwa mit einer Fotografie eines schönen Mannes. Dadurch wird Paulas Perspektive noch deutlicher und „radikaler“ sichtbar, berichtet die Kritikerin Sofie Neu bei „Fidena„. Es ergebe sich „aus den gewählten ganz unterschiedlichen Darstellungsmitteln ein Spiel mit Ebenen und Anspielungen“, die sicherlich auch bei den Fans des Films für neue Erkenntnisse sorgen können.
Weitere Informationen
„Paul und Paula – Eine Legende“ nach dem DEFA-Film
Adresse:
Altes Theater
Lily-Herking-Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Dauer: 60 Minuten, keine Pause
Termine:
26. April, 18 Uhr
Tanztheater in Dessau: „Blaue Augen, schwarzes Haar“
Gefühle, Begehren, Wünsche – nicht immer lässt sich mit Logik erklären, warum der Mensch will, was er will. Das erzählt und zeigt das Dessauer Ballett in dem Tanzstück “Blaue Augen, schwarzes Haar“. Inspiration war der gleichnamige Roman von Marguerite Duras, in dem ein Mann und eine Frau jeweils ihre Faszination für einen unbekannten Mann entdecken und über das gemeinsame Begehren eines Fremden zueinanderfinden. Choreograf und Ballettchef Stefano Giannetti hat mehrere Szenen aus dem Roman in Tanz übersetzt und aneinandergereiht. Zu den Klängen von Richard Wagner bis Edith Piaf tanzt das Ensemble umeinander herum, ziehen einander dann wieder an oder spiegeln sich gegenseitig. Der Kritiker Joachim Lange ist durchweg fasziniert von dem Abend. In der „Mitteldeutschen Zeitung“ lobt er sowohl die choreografischen Ansätze, die wunderbar mit der Musikauswahl harmonieren, als auch die Leistung des gesamten Ensembles.
Weitere Informationen
„Blaue Augen,
schwarzes Haar“
Tanzabend von Stefano Giannetti nach dem gleichnamigen Roman von Marguerite Duras
Adresse:
Altes Theater
Lily-Herking-Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Dauer: 60 Minuten, eine Pause
Termine:
27. März, 20 Uhr
29. März, 18 Uhr