Krieg in der Ukraine
ISW-Daten: Russland verliert erstmals seit Jahren Boden
03.04.2026 – 01:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein russischer Soldat bei einem Training: Im März konnten die Moskauer Truppen keine Geländegewinne verzeichnen. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Stanislav Krasilnikov/imago)
Der russische Vormarsch in der Ukraine verliert deutlich an Fahrt. Das zeigen Daten des ISW. Die Ukraine hingehen kommt voran.
Im März 2026 erzielte Russland erstmals seit zweieinhalb Jahren keine Geländegewinne in der Ukraine. Das geht aus einer AFP-Auswertung von Daten des US-Instituts für Kriegsstudien hervor. Ukrainische Kräfte eroberten demnach neun Quadratkilometer zurück.
Der russische Vormarsch verlor demnach entlang der gesamten Front an Tempo. Im Januar 2026 gewann die russische Armee noch 319 Quadratkilometer, im Februar waren es 123 Quadratkilometer – die geringsten Zugewinne seit April 2024. In den ersten drei Monaten dieses Jahres fielen die russischen Geländegewinne halb so groß aus wie im Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang im südlichen Frontbereich zwischen den Regionen Donezk und Dnipropetrowsk. Ende Januar kontrollierte Russland dort noch mehr als 400 Quadratkilometer. Im Februar schrumpfte dieses Gebiet auf 200 Quadratkilometer, im März auf 144 Quadratkilometer. In der weiter nördlich gelegenen Region Donezk war die Lage für die ukrainische Armee zuletzt laut ISW vergleichsweise schwierig.
Als Ursachen für die Verlangsamung nennt das ISW ukrainische Gegenoffensiven im Südosten der Ukraine seit Ende 2025. Hinzu kämen Maßnahmen gegen die Nutzung des Satellitennetzes Starlink durch russische Truppen sowie „die Bemühungen des Kremls, den Zugang zu Telegram einzuschränken“ – der Messenger-Dienst ist auch unter russischen Soldaten zur Kommunikation untereinander verbreitet.
Vier Jahre nach Beginn der Invasion kontrolliert Moskau knapp ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets. Den Großteil davon hatte Russland in den ersten Kriegswochen erobert. Im vergangenen Jahr gewann die russische Armee mehr Gebiete als in den vorangegangenen 24 Monaten zusammen.
Die Auswertung entstand in Zusammenarbeit mit dem Critical Threats Project, einem weiteren US-Thinktank. Sie berücksichtigt keine Vorstöße einzelner russischer Soldaten jenseits der Front. Geländeeroberungen, die Russland verkündet hat, das ISW jedoch weder bestätigt noch dementiert hat, fließen ebenfalls nicht ein.
