Stand: 02.04.2026 13:31 Uhr
Wenn es dauerhaft zu trocken ist, kann das für Bäume Trockenstress bedeuten. Im Rahmen eines Projekts in Hannover wollen Experten diesen genauer in den Blick nehmen – dafür wurde nun spezielle Messtechnik angebracht.
Mit einem Edelstahlband ist ein sogenanntes Dendrometer, eine Art Durstmesser, an einer etwa 40 Jahre alten Eiche am Conrad-Wilhelm-Hase-Platz befestigt. Die Eiche ist der erste Altbaum in Hannover, der mit der Messtechnik ausgestattet wurde. „Das eingesetzte Präzisionsgerät misst kontinuierlich das Ausdehnen und Zusammenziehen des Baumstamms und ermöglicht so Rückschlüsse auf den Wasserhaushalt“, heißt es vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt Hannover. Es erfasse alle fünf Minuten Stammumfang sowie Temperatur. Die Daten werden den Angaben zufolge dann per Funk übertragen.
Bei Jungbäumen Messungen über Wurzeln
„Wir haben hier in Hannover in den letzten Jahren immer mehr gesehen, dass neben jüngeren Bäumen eben auch Altbäume Zeichen von Trockenstress gezeigt haben“, sagte Projektleiterin Lena-Marie Kuhlemann dem NDR Niedersachsen. Das wolle man mit dem Gerät etwas besser sichtbar machen. Bei den Jungbäumen wird der Wasserhaushalt den Verantwortlichen zufolge über Sensoren in den Wurzeln in den Blick genommen. Weil das bei den Altbäumen nicht möglich ist, würden hier nun Dendrometer am Stamm befestigt, hieß es.
Weitere Bäume sollen Messtechnik erhalten
In einem nächsten Schritt sollen weitere Bäume in Hannover mit der Messtechnik ausgestattet werden. Das Ganze ist Teil des Projekts „BlueGreenCity-KI“, das seit dem vergangenen Jahr läuft. Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün hat sich eigenen Angaben zufolge dafür mit mehreren Partnern zusammengetan: Neben der Leibniz Universität Hannover sind auch die Hochschule Darmstadt und die Datenbankgesellschaft Datenbankgesellschaft mbH involviert. Das Projekt läuft noch bis 2027.
Bewässerung von Stadtbäumen bedarfsgerecht steuern
„Wir möchten mit unserem Projekt und insbesondere auch mit den Messgeräten eine bessere Datenbasis schaffen, um erkennen zu können, wann auch Altbäume möglicherweise zu wenig Wasser haben“, so Kuhlemann. Laut Fachbereich soll mithilfe von Künstlicher Intelligenz in Zukunft die Bewässerung von Stadtbäumen bedarfsgerechter gesteuert werden können.

Acht kleine Traktoren, die einen Wassertank hinter sich herziehen, geben rund 4.600 jungen Bäumen die nötige Starthilfe.

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