Sie ermitteln bis zum Ende. „Und wenn dann Schluss ist, dann ist Schluss.“ Das ist einer der Sätze, die der Ivo in seinem letzten Fall sagen wird. Ein Satz, in dem bayerisch-pragmatische Philosophie mitschwingt, wie eigentlich so oft. Nach 35 Dienstjahren nehmen die Münchner „Tatort“-Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) nun Abschied. Die letzte Doppelfolge „Unvergänglich“ wird am 5. und 6. April gezeigt (Ostersonntag und Ostermontag, jeweils 20.15 Uhr, ARD). Hier sind sieben teils recht kuriose Fakten über das Kult-Duo:

Der Genervte. Er war immer cooler als seine Kollegen Ivo und Franz: Carlo Menzinger, gespielt von Michael Fitz, war rund 17 Jahre lang der helfende Kollege der Münchner Ermittler. Oft wurde er von ihnen nur als Hiwi benutzt, herumkommandiert. Dabei war er, der bayerische Cowboy mit langen Haaren, immer eine Spur lässiger als die Kommissare. Passend inszeniert erfolgte dann sein Ausstieg im Jahr 2007: Genervt rauschte Carlo ab. Er wanderte aus.

Da war der Carlo (rechts, gespielt von Michael Fitz) noch Teil des Ermittlerteams.

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Da war der Carlo (rechts, gespielt von Michael Fitz) noch Teil des Ermittlerteams.
Foto: Rolf von der Heydt, BR, Bavaria Film GmbH, klick

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Da war der Carlo (rechts, gespielt von Michael Fitz) noch Teil des Ermittlerteams.
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Das Publikum war mit Carlo Menzingers Abschied natürlich nicht einverstanden. Als die beliebte Figur fünf Jahre später für einen Gastauftritt zurückkehrte, war die Freude groß. Der Carlo, der sich in Asien aufgehalten hatte, musste in München seine Geburtsurkunde besorgen. Er wollte heiraten. Prompt wurde er wieder in einen Mordfall verwickelt. Ob er als Privatier den schönen Beruf nicht vermisse, wollte Franz Leitmayr von Carlo wissen. Die Abfuhr hätte nicht deutlicher ausfallen können. „Das ist ein scheiß Beruf, Franz“.

Münchner Tatort: Die rätselhafte Tante des Hauptkommissars Ivo Batic

Knapp dem Serientod entronnen. Über neun Millionen Fernsehzuschauer hielten vor knapp zwölf Jahren den Atem an, als die „Tatort“-Folge „Am Ende des Flurs“ dramatisch endete. Kommissar Franz Leitmayr wird von der Täterin mit einem Messer in den Rücken gestochen. Blutend und bewusstlos liegt er auf dem Boden. „Tatort“-Fans waren geschockt. Auch, weil sie im Ungewissen gelassen wurden. War der Franz etwa tot? Der Bayerische Rundfunk beruhigte kurz nach der Ausstrahlung: Leitmayr überlebt. Tatsächlich kehrte er in der nächsten Münchner Folge zurück, als wäre nichts gewesen.

Die rätselhafte Tante. Das Privatleben der beiden Kommissare spielte keine große Rolle. Doch es gab Tante Mara. Eine bodenständige Frau, die mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg hielt und mit Neffe Ivo gerne das ein oder andere Gläschen Sliwowitz kippte – so zumindest konnte man sich Tanta Mara vorstellen. Zu Gesicht bekamen sie die „Tatort“-Zuschauer allerdings nie. Ivo Batic hatte immer nur von ihr erzählt. Als ein wiederkehrendes Element erinnerte die fiktive Verwandte das Fernsehpublikum an seine kroatischen Wurzeln. Schauspieler Miroslav Nemec stammt tatsächlich selbst aus Kroatien, er kam im jugendlichen Alter nach Bayern.

Als sich Horst Tappert über die Münchner Ermittler eine Bemerkung nicht verkniff

Der Neid des Derrick. Die Münchner Ermittler mussten sich nicht hocharbeiten, sie hatten seit der ersten Folge den Rang eines Hauptkommissars inne. Das passte offenbar nicht jedem TV-Kollegen. Der legendäre Horst Tappert, bekannt als Derrick aus der gleichnamigen Krimireihe, habe ihnen dies vorgeworfen, wie Miroslav Nemec mal in einem Interview erzählte. Als Tappert einst bei „Stars in der Manege“ im Circus Krone das „Tatort“-Duo ansagte, betonte er, dass die beiden von Anfang an Hauptkommissare seien, er hingegen nur Oberkommissar. Und dann habe er Miroslav Nemec und Udo „Weichtveitl“ angekündigt, woraufhin Wachtveitl Tappert mit keinem netten Namen bedacht haben soll.

Franz Leitmayr (vorne) und Ivo Batic waren von Anfang an Kriminalhauptkommissare. Das passte dem Derrick offenbar nicht so ganz.

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Franz Leitmayr (vorne) und Ivo Batic waren von Anfang an Kriminalhauptkommissare. Das passte dem Derrick offenbar nicht so ganz.
Foto: Wang Xiaohui, BR, Balance Film GmbH

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Franz Leitmayr (vorne) und Ivo Batic waren von Anfang an Kriminalhauptkommissare. Das passte dem Derrick offenbar nicht so ganz.
Foto: Wang Xiaohui, BR, Balance Film GmbH

Die Quoten und Marktanteile. Die 90er waren eher dunkle Jahre für die gesamte „Tatort“-Reihe. Am 1. Januar 1991 sollte mit der Folge „Animals“ dennoch eine glänzende Ära beginnen: mit den „jungen Wilden“, den beiden Lockenköpfen Batic (in ungewohnt dunkelrotem Mantel) und Leitmayr (in sonderbarem Sakko). Nemec war damals 36, Wachtveitl 32. Und es ging gut los: Batic trat in einen Hundehaufen. Einschaltquote: 8,71 Millionen Zuschauer. Marktanteil: 32,30 Prozent. Nicht alle Folgen stießen freilich auf Gegenliebe – auch nicht bei den „Tatort“-Stars. So sagte Michael Fitz vor ein paar Jahren unserer Redaktion: „Von drei ,Tatorten‘, die wir im Jahr gedreht haben, waren zwei gut.“ Udo Wachtveitl erinnerte sich mit Grausen an „Tatort“-Folge 52 aus dem Jahr 2009: „Als einen absoluten Tiefpunkt empfand ich unseren Esoterik-,Tatort‘ – ,Gesang der toten Dinge‘. Wirklich grauenvoll“, sagte er. In der Folge tauchte unter anderem der halbnackte Witwer einer bekannten, fiktiven TV-Astrologin auf.

Die Hauptkommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec, rechts) blicken auf die Theresienwiese. Auch hier ermittelten sie einmal.

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Die Hauptkommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec, rechts) blicken auf die Theresienwiese. Auch hier ermittelten sie einmal.
Foto: Bernd Schuller, BR, Wiedemann & Berg Television

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Die Hauptkommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec, rechts) blicken auf die Theresienwiese. Auch hier ermittelten sie einmal.
Foto: Bernd Schuller, BR, Wiedemann & Berg Television

Die Gaststars. Kaum zu glauben, wer alles im Münchner „Tatort“ zu sehen war: 1995 in der Folge „Im Herzen Eiszeit“ war es Rudolph Moshammer (als er selbst) sowie Rio Reiser (als verdächtiger Ex-Knacki; er schrieb auch die Filmmusik). Wenige Monate zuvor in „…und die Musi spielt dazu“ waren es Die Toten Hosen. Verkleidet als Seemannsquintett „Andi Frege und seine Wasserratten“. In derselben Folge, die in der gar nicht heilen Welt einer Volksmusik-Sendung spielt, traten unter anderem auch Die Wellküren und die Biermösl Blosn auf. Die wilden 90er!

Eine ihrer Stärken: Sie nahmen sich selbst nie bierernst.

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Eine ihrer Stärken: Sie nahmen sich selbst nie bierernst.
Foto: Markus Scholz, dpa

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Eine ihrer Stärken: Sie nahmen sich selbst nie bierernst.
Foto: Markus Scholz, dpa

Die Statistik. Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 2016 hatte der BR eine ausführliche Statistik erstellt. Sie beinhaltete Erstaunliches, einschließlich einer Antwort auf die Frage, wie viele Liebschaften Batic und Leitmayr hatten – nämlich jeweils acht. Der BR dröselte es sogar noch akribischer auf: Batic hatte demnach eine Beziehung und sieben Affären, Leitmayr drei Beziehungen und fünf Affären. Interessant: In den damals 72 ausgewerteten Fällen gab es 152 Tote (36 Frauen und 116 Männer). Häufigste Todesursache: „erschossen“ (32 Personen). Kurios: Ein Opfer starb wegen einer Nussallergie, eines wegen einer Katzenallergie. Unter den 116 Tätern (36 Frauen und 80 Männer) befand sich auch Leitmayr: Er erschoss in Notwehr zwei Menschen. Fortgeführt habe man die Statistik seitdem nicht, heißt es aus dem Sender mit Bedauern.

  • Ina Marks

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  • Franz Leitmayr

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  • Ivo Batic

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