Immer wieder landen sie dauerhaft in Schubladen, dabei können sie eine wertvolle Ressource sein: alte Handys. Der Rhein-Kreis Neuss hat eine Althandy-Sammelaktion ins Leben gerufen und kann jetzt Vollzug melden. Über 150 Altgeräte seien in den Dienststellen der Kreisverwaltung in den aufgestellten Boxen abgegeben worden. Der Erlös aus Recycling und Wiederverwendung soll an das Affenschutzprogramm des Vereins „Pro Wildlife“ gehen, schreibt der Kreis in einer Pressemitteilung.

Nun unterstützt auch die Kreisgruppe Neuss des BUND die Aktion mit alten Geräten. Luzie Fehrenbacher von der BUND-Ortsgruppe Jüchen hat jetzt mehrere Kisten mit 225 selbst gesammelten Altgeräten an Landrätin Katharina Reinhold, Dezernent Harald Vieten und Yvonne Janssen vom Amt für Gebäudewirtschaft übergeben. Sie leitet die Aktion.

Reinhold sagte, dass sie sich sehr über die Unterstützung der Aktion durch den BUND freue und bedankte sich bei allen Mitgliedern, die Geräte gesammelt haben. „Die Resonanz ist nach wenigen Wochen wirklich bemerkenswert“, sagte sie. Auch viele Bürger und Mitarbeiter der Kreisverwaltung hätten Altgeräte im Freundes- oder Bekanntenkreis gesammelt. „Das Recycling von alten Mobiltelefonen und Tablets leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, indem es eine Wiederverwendung von wertvollen Rohstoffen wie Gold, Silber, Kupfer und Palladium ermöglicht, die dann nicht abgebaut werden müssen“, sagt Vieten.

Die Jugendgruppe des BUND, die BUNDSpechte, habe 2009 ein Althandy-Sammelsystem aufgebaut, sagte Luzie Fehrenbacher. Es sei seither immer wichtig gewesen, neben dem Ressourcenschonen durch Recycling und der sicheren Schadstoffentsorgung auch regionalen Naturschutz zu unterstützen. Sie sagte, dass die seltenen Erden wie Tantal im Kongo abgebaut werden. Diese werden in Smartphones verwendet. Durch den Abbau werde der Lebensraum der Gorillas massiv bedroht. „Mit der Unterstützung des Affenprojekts von ,Pro Wildlife‘ ergibt sich für uns ein direkter, sinnvoller Bezug zu unserer Handysammlung“, so Fehrenbacher.

An die Organisation geht für jedes gesammelte Handy ein fixer Betrag. Damit wird bedrohten Arten wie Gorillas und Schimpansen geholfen. „Pro Wildlife“ ist ein gemeinnütziger Verein und seit mehr als 25 Jahren aktiv. Er setzt sich auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene dafür ein, die Artenvielfalt zu bewahren und Lebensräume von Wildtieren zu schützen.

Austausch und Versand der Sammelboxen übernimmt das Amt für Gebäudewirtschaft des Kreises. Plakate informieren über die Aktion. Yvonne Janssen weist darauf hin, dass die abgegebenen Geräte auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und persönliche Daten gelöscht werden sollten. Gleiches gilt für Kontodaten wie die Apple ID oder das Google-Konto. SIM- und Speicherkarten sollten auch entfernt werden. Aus Sicherheitsgründen muss der Akku aber im Gerät bleiben. Nur Handys oder Tablets dürfen in die Boxen geworfen werden.

Abgabestellen sind im Kreishaus Grevenbroich (Auf der Schanze 4, Grevenbroich), im Bürger-Servicecenter des Kreishaus Neuss (Oberstraße 91, Neuss), im Kreismuseum Zons an der Kasse (Schloßstraße 1, Dormagen-Zons), sowie bei den BUND-Ortsgruppen an ihren Sammelstellen.