In Nordsachsen sollen auch 2026 wieder Feldhamster auf zwei Feldern ausgewildert werden. Das teilte das sächsische Landesumweltamt mit. Die Aktion ist Teil eines von der Europäischen Union geförderten Artenschutzprojekts, bei dem der Zoo Leipzig und das Landesumweltamt mitmachen. Schon in den beiden Vorjahren wurden in Nordsachsen Feldhamster in die freie Wildbahn entlassen.
Zoos unterstützen Artenschutzprojekt
Die Tiere züchtet der Zoo Leipzig seit 2022 nach. Mittlerweile werde er dabei unterstützt vom Bergzoo in Halle und vom Tierpark in Berlin. 2024 waren nach Angaben des Umweltamtes 226 Jungtiere herangezogen worden, 2025 waren es 265 Feldhamster. Die Flächen, auf denen die Tiere später ausgewildert werden, sind den Angaben zufolge „feldhamsterfreundlich bewirtschaftet“. Es sei beobachtet worden, dass auch die ausgesetzten Tiere ihrerseits wieder Nachwuchs hatten.
Feldhamsterfreundliche Felder nötig
Als feldhamsterfreundlich gelten laut EU Äcker mit kleinteiliger Fruchtfolge, auf denen kaum oder keine Pestizide ausgebracht werden, die von Hecken, Blüh- und Randstreifen gesäumt sind und auf denen Stoppeln auf mindestens 15 Zentimeter Höhe nach der Ernte stehen bleiben. Schwere Pfluggeräte sollten zudem vermieden werden.
Drei große Vorhaben für Art-Erhalt
Das Zuchtprojekt in Sachsen ist eines von drei großen Vorhaben für den Arterhalt in Deutschland. Auch im Artenschutzzentrum in Metelen in Nordrhein-Westfalen und im Zoo Heidelberg für die Rhein-Neckar-Region werden Feldhamster nachgezüchtet.
Der Feldhamster gilt in Deutschland vielerorts als vom Aussterben bedroht. In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist die Tierart seit längerem ausgestorben. Wie viele Tiere es noch gibt, lässt sich laut Bundesamtes für Naturschutz nicht beziffern.
Das Hamster-Projekt läuft sechs Jahre und wird mit 12,2 Millionen Euro unterstützt. 75 Prozent davon bezahlt die Europäische Union. Den Rest teilen sich Sachsen, der Zoo Leipzig und der Landkreis Nordsachsen.