Bei einer umfangreichen Schwerpunktaktion hat die Polizei am Karfreitag am Corneliusplatz zahlreiche auffällige Autos kontrolliert – und teils aus dem Verkehr gezogen. Der sogenannte „Car-Freitag“ gilt als Saisonauftakt der Tuning-Szene. Und so rollten schon kurz nach Start der Kontrollaktion die ersten Fahrzeuge in die groß angelegte Station der Polizei, als hätten sie nur darauf gewartet.
Polizisten auf Motorrädern waren in der Stadt unterwegs, sammelten auffällige Fahrzeuge ein und lotsten sie zum Corneliusplatz, zur Kontrollstation. Fünf, sechs Autos und Motorräder standen dort nebeneinander, Sportwagen von Porsche und tiefergelegte VW Polos, aus Düsseldorf, Mönchengladbach, Wuppertal, Essen und vom Niederrhein. Sie alle wurden auf illegale Veränderungen, erloschene Versicherungen, fehlende Fahrerlaubnisse inspiziert.
Der Erste: ein neongelber Geländewagen von Brabus mit niedersächsischem Kennzeichen. Mit den Worten „moderner, maßgeschneiderter Luxus aus Bottrop“ bewirbt Brabus seine Autos. Vor allem Modelle von Mercedes-Benz werden dort veredelt und aufgemotzt. Die Geländewagen der Marke kosten eine halbe Million Euro und gelten als extrem leistungsstark – doch das neongelbe Exemplar an der Königsallee sah nicht so aus, als hätte es jemals Gelände befahren.
„Ich habe nichts zu verbergen“, sagte der Fahrer im Jogginganzug und ließ die Einsatzkräfte der Polizei das Auto durchleuchten. Sie checkten den Unterboden, die Reifen, den Motorraum. Ist der Wagen tiefergelegt – oder in diesem Fall höhergelegt? Gibt es Veränderungen an Felgen, Reifen, Abgasanlage?
Die allermeisten Manipulationen müssen vom Tüv abgenommen und in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden, sagte einer der Polizisten. Sind sie das nicht, drohen Geldbußen und die Autofahrer müssen sich nachträglich um eine Abnahme kümmern oder die Änderungen zurückbauen lassen. Wenn die getunten Teile sogar die Sicherheit beeinträchtigen, müssen die Besitzer das Auto stehen lassen. Denn Tuning kann gefährlich werden. Wenn die Leistung erhöht ist, Fahrwerk und Bremsen aber nicht dazu passen, kann das Auto überlastet sein. Wenn die Räder so groß sind, dass sie an der Karosserie schleifen, können sie platzen.
So erging es dem Fahrer eines mattschwarzen Lamborghinis, der einen Schaden an einem Vorderreifen hatte. Da der Reifen bei der Fahrt platzen könnte, wurde er nach der Kontrolle von einem Motorradpolizisten zu einem Parkplatz begleitet – und musste zu Fuß weiterziehen.
In vier Stunden kontrollierte die Polizei fast 80 Wagen, vier Autos wurden wegen technischer Mängel abgeschleppt und sichergestellt. Bei einem Fahrer fanden die Einsatzkräfte eine Schusswaffe im Handschuhfach. Er hatte zudem eine Kamera an seinem Auto befestigt, um sich selbst während der Fahrt zu filmen. Zwei Fahrer mussten Blutproben abgeben, weil der Verdacht auf Drogenkonsum bestand.
Die endgültige Bilanz der Kontrolle wird die Polizei am Samstag veröffentlichen. Beteiligt waren neben der Direktion Verkehr auch die Kriminalpolizei, das Ordnungsamt, die Straßenverkehrsbehörde und die Stadtkasse.
Die Polizei hatte die Maßnahmen gegen die Poser- und Tuningszene in Düsseldorf zuletzt verschärft. Fast 600 Fahrzeuge haben die Spezialisten im vergangenen Jahr überprüft, davon wurden 38 Autos sichergestellt. Knapp 440 Verwarngelder, 250 Bußgelder und 150 Kontrollberichte ordnete die Polizei zudem an. In 35 Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet.