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Im Ukraine-Krieg lassen Hunderttausende Soldaten auf beiden Seiten ihr Leben. Die Verluste für Russland sollen jedoch besonders hoch sein. Putin geht nun an die Unis.

Moskau – Mehr als vier Jahre dauert der Krieg in der Ukraine inzwischen an. Folgt man den – nicht unabhängig überprüfbaren – Zahlen des ukrainischen Generalstabs, verloren bislang 1.301.260 russische Soldaten ihr Leben. Allein am Donnerstag (2. April) sollen bei Kämpfen 1230 Russen getötet worden sein, und ein Ende des Sterbens ist nicht abzusehen. Für Kreml-Chef Wladimir Putin wird es immer schwerer, Personal für die Front in der Ukraine zu rekrutieren, weshalb er nun auch Studenten im Visier hat.

Auf diesem Bild aus einem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums am 2. Dezember 2025 zur Verfügung gestellten Video halten russische Soldaten eine russische Nationalflagge in Pokrowsk, einer Stadt in der Region Donetsk.Russische Soldaten präsentieren in Pokrowsk eine russische Flagge. © Uncredited/dpa

Sie sollen als Drohnenpiloten eingesetzt werden, wie Reuters berichtet. Demnach würden Russlands Universitäten Studenten mit außergewöhnlich hohen Gehältern für den Militärdienst anwerben: Es gehe um Jahresgehälter für angehende Drohnen-Spezialisten und technische Fachkräfte im hohen fünfstelligen Euro-Bereich. Weiter heißt es, der Staat würde den Universitäten Quoten für die Gewinnung von Militärpersonal vorgeben. Nach Angaben von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow richtet sich die Rekrutierungskampagne nicht nur an Studenten.

Drohnenpiloten werden im Ukraine-Krieg gejagt und getötet

Sowohl russische als auch ukrainische Drohnenpiloten arbeiten in dem Abnutzungskrieg zwar meist in einiger Entfernung zur Frontlinie. Sie gelten jedoch aufgrund ihrer wichtigen Funktion als gefährdet – bei Entdeckung ihrer Positionen werden sie vom Gegner regelmäßig gejagt und getötet. Russland hatte Ende 2025 auf Befehl von Putin eine besondere Einheit für den Drohnenkrieg aufgestellt. Reuters zitiert Peskow, der am Donnerstag gesagt haben soll: „Dieses Angebot existiert, es ist, wie man so sagt, auf dem Markt, und gilt für alle gleichermaßen: für Arbeiter, für Studenten, für Arbeitslose und so weiter und so fort.“

Laut Kreml ist die Suche nach Spezialisten kein Teil einer allgemeinen Mobilmachung, da ein solcher Schritt nicht „auf der Tagesordnung“ stehe, wie die russische Regierung erklärte. Der Vizechef des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, sagte jüngst ​staatlichen Medien, das Rekrutierungssystem funktioniere weiterhin: 2025 hätten sich mehr als 400.000 Menschen ⁠gemeldet, in diesem Jahr seien es bislang über ‌80.000.

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Vor allem Studenten technischer Fächer wie Ingenieurwesen oder Luftfahrt sollen angeworben werden. Beispielsweise beziffert die Fernöstliche Föderale Universität in Wladiwostok den Sold im ersten Jahr auf mindestens 5,5 Millionen Rubel (rund 59.000 Euro). Hier sollen eine Einmalzahlung von 2,5 Millionen Rubel (27.000 Euro) nach Absolvierung einer kostenlosen Ausbildung sowie eine Monatszulage von 240.000 Rubel (2600 Euro) und eine einmalige Prämie von ​200.000 Rubel (knapp 2200 Euro) hinzukommen.

Top Gehalt und keine Studiengebühren: Unis werben Studenten für den Ukraine-Krieg

Zudem würden nach einem Jahr Front-Dienst die Rückkehrer von Studiengebühren befreit. „Dies ist nicht nur eine Gelegenheit, sich zu beweisen, sondern auch eine einzigartige Plattform ⁠für den sozialen und beruflichen Aufstieg, die durch beispiellose Unterstützungsmaßnahmen flankiert wird“, schreibt die Hochschule in Wladiwostok in einem im März veröffentlichten Dokument.

Die Staatliche Universität für Bauwesen in Moskau macht auf ihrer Website ähnliche Angebote für angehende Drohnenpiloten, und die Staatliche Hydrometeorologische Universität in St. Petersburg verspricht ein Jahreseinkommen von mindestens sieben Millionen Rubel (knapp 76.000 Euro). ‌Flankiert wird die Kampagne an Hochschulen von einer Werbeaktion in den Städten. Plakate zeigen einen jungen Drohnenpiloten mit einer Hightech-Brille unter dem Titel „Die neuen Unverzichtbaren“. (Quelle: Reuters, eigene Recherche) (ktho)