Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft gehen im Stadtteil Lokstedt über eine Straße. Der Flüchtlingszustrom im Norden dauert an. Die Hansestadt prüft die Unterbringung in Gewerbehallen und Zelten.

AUDIO: Flüchtlingsunterkünfte in Hamburg sind weiter voll (1 Min)

Stand: 04.04.2026 07:41 Uhr

Tendenziell kommen weniger Flüchtlinge nach Hamburg, trotzdem sind die Unterkünfte weiterhin so gut wie ausgelastet. Das liegt auch daran, dass Mietverträge auslaufen, Unterkünfte geschlossen oder saniert werden müssen.

Mehr als 400 neu ankommende Flüchtlinge brauchten jeweils in den ersten beiden Monaten dieses Jahres einen Platz in einer Unterkunft. Im selben Vorjahreszeitraum waren es laut aktuellem monatlichen Lagebild noch jeweils 200 mehr. Fest steht aber auch, dass knapp 900 Plätze in diesem Jahr wegfallen. Geprüft wird noch, ob Standorte mit insgesamt mehr als 19.000 Plätzen verlängert werden können. Rund 1.000 neue Unterkunftsplätze sollen in diesem Jahr noch in Betrieb genommen werden, wie der Senat auf Anfrage der Linksfraktion mitteilt. Zudem müssen ältere Unterkünfte saniert werden, zeitweise können sie somit nicht voll genutzt werden.

Linke: Stadt hat Sanierungen verschleppt

Die Linken-Politikerin Carola Ensslen wirft der Stadt vor, dass sie die Sanierungen über Jahre verschleppt und sich die Unterbringungsnot durch den Abbau von Plätzen verschärft habe. Gleichzeitig steige die Zahl der Haushalte, die von den Fachstellen für Wohnungsnotfälle in Hotels untergebracht werden, kritisiert sie. Ende 2025 waren es 561. Die Zahl hat sich laut Senat innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Insgesamt leben in Hamburg derzeit mehr als 42.000 Menschen in öffentlich-rechtlichen Unterkünften.

Ein Zimmer für Geflüchtete mit mehreren Stockbetten.

Abgebaut werden unter anderem viele Hotelplätze, die für Geflüchtete von der Stadt angemietet worden waren. Die Linksfraktion übt Kritik.

Geflüchtete verlassen die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort Braunschweig.

Aus einer Anfrage der Linksfraktion geht hervor, dass die Stadt allein in den letzten sechs Monaten die Laufzeiten von etwa 30 Standorten verlängert hat.

Eine Erstaufnahmeeinrichtung in Harburg.

Die Erstaufnahmeeinrichtung in der Schlachthofstraße soll aber als Reservestandort erhalten bleiben. Aktuell sind dort 584 Menschen untergebracht.

Geflüchtete in Hamburg.

Hamburg unternimmt seit 2015 große Anstrengungen, um die ankommenden Flüchtlinge unterzubringen, zu versorgen und zu integrieren.