Abschüsse im Nahen Osten

Die rabenschwarzen Tage der US-Luftwaffe

Aktualisiert am 04.04.2026 – 11:44 UhrLesedauer: 5 Min.

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Dramatische Szenen über feindlichem Gebiet (Quelle: t-online)

Für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten waren es zwei Tage zum Vergessen: Mehrere Flugzeuge und Hubschrauber wurden über dem Iran abgeschossen.

Als der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth im März erklärte, die Vereinigten Staaten hätten die „totale Lufthoheit“ über dem Iran erreicht, kratzten sich wohl einige Militärexperten fragend am Kopf. Denn seit Hegseths Aussagen finden sich zahlreiche Bilder vom Beschuss US-amerikanischer Flugzeuge und Hubschrauber in den sozialen Medien.

Insbesondere seit Donnerstag ist klar: Hegseths Aussage ist wohl falsch. Denn die US-Luftwaffe erlebte zwei rabenschwarze Tage, in denen es zu mehreren schweren Zwischenfällen über dem Iran und anderen Ländern des Nahen Ostens kam.

Abgestürzte Kampfjets, beschädigte Hubschrauber, heruntergeschossene Drohnen: Diese Häufung ist selbst für eine laufende Luftoperation ungewöhnlich und zeigt, wie gefährlich die Lage im Nahen Osten derzeit ist: Erstmals seit Jahrzehnten operieren US-Piloten wieder dauerhaft in einem Luftraum, der von moderner gegnerischer Luftabwehr und Drohnen dicht gesättigt ist.

Am 3. April wurde eine F‑15E „Strike Eagle“ der US-Luftwaffe über iranischem Gebiet abgeschossen, mutmaßlich durch iranische Luftabwehrsysteme. Die zweisitzige Maschine, die aus einer Luftwaffenbasis in Europa in die Region verlegt worden war, stürzte nach Angaben von US-Regierungsvertretern in der Provinz Chuzestan ab. Einer der beiden Besatzungsangehörigen konnte von US-Spezialkräften gerettet werden, nach dem zweiten Besatzungsmitglied wird weiterhin gesucht.

Im Video | Videos sollen Rettungsaktion der USA zeigen

Video lädtPlayer wird geladenQuelle: t-online

Weder das Pentagon noch das Regionalkommando Centcom haben den genauen Einsatzauftrag öffentlich gemacht, doch iranische Staatsmedien sprechen von einem gezielten Abschuss im Rahmen einer „Antwort auf US-Aggression“ und verbreiten Bilder von Wrackteilen sowie Aufrufen an die Bevölkerung, nach dem Piloten zu suchen. Fotos der Absturzstelle wurden mittlerweile von mehreren vertrauenswürdigen Analysten auf dem Kurznachrichtendienst übereinstimmend einem Ort in der Region Chuzestan zugeordnet.

Die anschließende Such- und Rettungsmission zeigt, wie hoch das Risiko solcher Einsätze in gegnerischem Luftraum inzwischen ist. Combat Search and Rescue, kurz CSAR, bezeichnet speziell vorbereitete Rettungsoperationen, bei denen Hubschrauber, Transportflugzeuge und Begleitjäger einen abgeschossenen Piloten unter Gefechtsbedingungen bergen sollen.