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Bochum (Nordrhein-Westfalen) – Im TV gehört er seit Jahrzehnten zu unseren wuchtigsten Stars, kann ALLES spielen. Doch Armin Rohde („Der bewegte Mann“) kann auch anders. Zum 71. Geburtstag wählt die Schauspiellegende Worte, die auf den ersten Blick auf seinem Facebook-Profil so gar nichts mit der 100-Prozent-Präsenz des Charakterdarstellers zusammenpassen wollen. Leise, nachdenklich, berührend.

Ein wenig zerwühlt aber klar im Kopf: Armin Rohde zeigt dieses Bild von sich bei Facebook
Foto: arminrohde/Instagram
Schwarz-weiß-Porträt und rührende Worte
Im Internet teilt Rohde ein Schwarz-Weiß-Porträt von sich, darunter ein Text, der unter die Haut geht. Kein lauter Jubel, kein großes Tamtam. Stattdessen eine kleine, fast poetische Fantasie über das Älterwerden. Darüber, dass die Zahl „71“ sich irgendwie falsch anfühlt. Er schreibt davon, dass vielleicht ein Bote kommen könnte – „geritten, geflogen oder auf einem Motorrad“. Einer, der ihm erklärt, dass alles nur ein Irrtum sei. Ein Versehen eines Engels. Dass er in Wahrheit gar nicht 71 werde. Sondern vielleicht… 37?
Eine charmante, fast kindliche Sehnsucht spricht aus diesen Zeilen. Und gleichzeitig eine tiefe Weisheit: das Staunen darüber, wie schnell die Zeit vergeht – und wie wenig das eigene Gefühl damit Schritt hält.
Was der Bote Armin Rohde rät
Der Bote, so Rohde weiter, würde ihm freundlich sagen, er solle „das mit der 71 vergessen“. Dann würde er auf seine Harley steigen und „ins Abendlicht davon donnern“. Ein schönes Bild. Fast wie aus einem Film.

Im Kino und im TV überall zu Hause: Armin Rohde (damals 44) im Erfolgsfilm „Lola rennt“ (1998) an der Seite von Franka Potente (damals 24)
Foto: picture alliance/United Archives
Das ist es, was diesen Moment so besonders macht: Hier spricht nicht nur ein Schauspieler. Hier spricht ein Mensch. Einer, der innehält. Der sich Gedanken macht über das Leben, das Älterwerden – und darüber, was bleibt. Gerade diese Mischung aus Stärke und Sensibilität macht Armin Rohde (seit 2003 in der Reihe „Nachtschicht“ im Einsatz) so sympathisch. Hinter der robusten Fassade steckt ein feinsinniger Beobachter, ein Erzähler, ein Träumer. Ein richtig guter Fotograf.
Tiefe? Trägt er auch in sich selbst
Seit Jahrzehnten begeistert er das Publikum – im Kino, im Fernsehen, auf der Bühne. Ob als Polizist, Ganove oder liebenswerter Kauz: Rohde verleiht jeder Rolle Tiefe und Glaubwürdigkeit. Und nun zeigt er: Diese Tiefe trägt er auch in sich selbst.

Sein großes Hobby: Armin Rohde ist gerne mit Kamera unterwegs, hält Momente damit fest
Foto: picture alliance/Eva Oertwig/SCHROEWIG
71 Jahre – das ist kein Grund zur Melancholie. Sondern ein Anlass, innezuhalten. Und vielleicht einen Augenblick zu schmunzeln über die eigene Wahrnehmung der Zeit. Hoffentlich bleibt Rohde seinen Fans im TV und Kino noch lange erhalten. Vielleicht ja sogar demnächst in einer Rolle als junger Liebhaber mit 37. Der kann alles spielen.