Nikopol liegt nur wenige Kilometer von russisch besetztem Gebiet entfernt am anderen Ufer des Flusses Dnipro. Bei dem Angriff auf den Markt wurden nach Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft 19 Menschen verletzt.
„Das ist ein weiteres Kriegsverbrechen, das von der Russischen Föderation verübt wird“, erklärte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft nach der Attacke auf Nikopol auf Telegram. Die Stadt ist regelmäßig Ziel von Angriffen. Nach Armeeangaben feuerte Russland in der Nacht 286 Drohnen auf die Ukraine ab, 260 davon seien abgeschossen worden.
14 Tote bei Angriffen am Karfreitag
Bereits am Karfreitag waren 14 Menschen bei russischen Luftangriffen in mehreren Teilen der Ukraine getötet worden. In der Region Sumy im Norden starben laut Behörden drei Menschen bei einer Attacke am helllichten Tag. Zwei weitere Todesopfer wurden aus der Region Schytomyr im Nordwesten und Dnipropetrowsk im Zentrum der Ukraine gemeldet. In den frontnahen Gebieten Charkiw, Donezk, Cherson und Saporischschja kamen acht Menschen ums Leben. Eine weitere Person wurde in der Hauptstadtregion Kiew getötet.

Reuters/Sofiia Gatilova
Feuerwehr nach Luftangriff auf Charkiw im Einsatz
Die ukrainischen Luftstreitkräfte teilten mit, insgesamt habe die russische Armee das Staatsgebiet der Ukraine mit mehr als 500 Drohnen und Dutzenden Raketen unter Beschuss genommen. „Wir sehen, dass der Feind neue Routen, ständig modernisierte Drohnen und neue Taktiken einsetzt“, sagte der Sprecher der ukrainischen Luftstreitkräfte, Jurij Ihnat, am Freitag, dem mittlerweile 1.500 Tag der russischen Invasion.
Selenskyj bei Erdogan in Istanbul
Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland eine „Eskalation zu Ostern“ vor. Die Ukraine lastet Russland an, nicht ernsthaft an Frieden interessiert zu sein. Die von den USA vermittelten Gespräche zwischen den beiden Kriegsparteien sind ins Stocken geraten, da die USA mit dem Iran-Krieg beschäftigt sind. Russland hat zuletzt seine Drohnenangriffe auf die Ukraine verstärkt.
Samstagnachmittag traf Selenskyj nach Angaben seines Präsidialamts zu Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul ein. Außerdem sei eine Begegnung Selenskyjs mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus, dem geistlichen Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirche, geplant.
Ein Toter nach Angriff in Südrussland
Bei einem ukrainischen Angriff mit Drohnen und Raketen wurde unterdessen im Süden Russlands ein Mensch getötet. Vier Personen seien bei dem Angriff in der Region Rostow schwer verletzt worden, sagte Regionalgouverneur Juri Slyusar am Samstag. Die Verletzten schwebten seinen Angaben zufolge in Lebensgefahr. „Eine Rakete traf eine gewerbliche Einrichtung“, so der Gouverneur.
Russland überzieht Ukraine mit Drohnenangriffen
Trotz zahlreicher Friedensappelle rund um Ostern intensiviert Russland seine Angriffe auf die Ukraine. In den vergangenen 48 Stunden wurde das Land schwer bombardiert, zahlreiche Menschen starben.
Bei dem Angriff in der Hafenstadt Taganrog sei zudem ein Frachtschiff im Asowschen Meer durch herabfallende Trümmerteile beschädigt worden. Die Luftabwehr habe Drohnen über der Bucht von Taganrog und in anderen Gebieten zerstört. Der Gouverneur machte keine Angaben dazu, wer den Angriff ausgeführt hat. Kiew fliegt regelmäßig Luftangriffe auf russisches Gebiet.
ISW: Keine russischen Geländegewinne im März
Nach Angaben des US-Thinktanks Institute for the Study of War (ISW) ist es der russischen Armee im vergangenen Monat nicht gelungen, neues Gebiet zu erobern. Zuletzt war das im September 2023 der Fall, wie das ISW am Donnerstag mitteilte. Die ukrainischen Streitkräfte eroberten laut diesen Angaben im März einige kleine Gebiete im Umfang von neun Quadratkilometern zurück.
Nach monatelangen Fortschritten hätten die russischen Kräfte an der gesamten Front an Tempo verloren, hob die Agentur AFP mit Verweis auf ISW-Daten hervor. Der russische Vormarsch habe sich bereits seit Ende 2025 wegen Gegenoffensiven im Südosten der Ukraine merklich verlangsamt. Den ISW-Daten zufolge erzielte die russische Armee im Jänner Geländegewinne von 319 und im Februar von 123 Quadratkilometern.