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Hi, ich bin Dasha Burns, Leiterin des Politico-Büros im Weißen Haus. Und ich berichte seit fast zehn Jahren über Trump. Inzwischen auch für BILD.

Immer wieder werde ich gefragt: „Dasha, wie wahrscheinlich ist es, dass die USA wegen des Iran-Kriegs aus der Nato austreten – kann das wirklich passieren?“ Ein kompletter Austritt wäre rechtlich schwierig. Trump bräuchte die Zustimmung des Kongresses. Doch der Präsident könnte das Engagement der USA reduzieren, Truppen abziehen und Verpflichtungen zurückfahren. Im Ernstfall entscheidet er allein, ob er Verbündete verteidigt – mit direkten Folgen für die Nato.

Trump sagt: „Ich habe sie dazu gebracht, mehr zu tun“

Schon in seiner ersten Amtszeit drohte Trump mit einem Nato-Austritt. Damals werteten viele diese Aussagen vor allem als Druckmittel, um höhere Finanzbeiträge der Mitgliedstaaten zu erreichen. Vergangenes Jahr erhöhte die Nato ihre Verteidigungsausgaben – genau das, was Trump gefordert hatte. Auf dem Nato-Gipfel, an dem ich teilgenommen und Außenminister Marco Rubio interviewt habe, präsentierte sich der Präsident selbstbewusst und sagte: „Schaut her, was ich erreicht habe. Ich habe sie dazu gebracht, mehr zu tun.“

Iran-Krieg verschärft die Spannungen

Der Nato-Gipfel in diesem Jahr dürfte deutlich anders verlaufen. Ton, Stimmung und Beziehungen zwischen den Partnern haben sich verändert – vor allem wegen des Iran-Kriegs. Präsident Trump ist nach Angaben von Vertrauten sehr verärgert und meint es ernster denn je mit seiner Drohung, sich aus dem Bündnis zurückzuziehen. Aus seiner Sicht lösen die Vereinigten Staaten ein Problem für die gesamte Welt, während Europa nicht mitzieht. Wenn Verbündete nicht zur Stelle sind, wenn man sie braucht, stellt sich für ihn die Frage nach ihrem Wert. Diese Einschätzung habe ich in der vergangenen Woche von mehreren Personen aus seinem engsten Umfeld gehört.

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Trump legt großen Wert auf maximale Handlungsfreiheit – ein Begriff, den seine Unterstützer immer wieder betonen. Seine Drohungen sind sehr ernst gemeint und dienen zugleich als Druckmittel, um mehr Zugeständnisse von den Verbündeten zu erreichen. Besondere Bedeutung kommt dem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in der kommenden Woche zu. Rutte hat einen guten Zugang zum Präsidenten gefunden und es bisher verstanden, die Positionen der europäischen Partner so zu vermitteln, dass sie bei Trump Gehör finden. Doch ist die Lage angespannt – und Präsident Trump verärgert.

Dasha Burns schreibt als Trump-Reporterin auch für BILD. Mit ihren klaren Fragen und präzisen Recherchen begleitet sie den US-Präsidenten journalistisch seit 2016, reist auch mit ihm in der Air Force One. Im Juli 2024 erlebte sie das Attentat auf Trump aus nächster Nähe. Ihr großes Präsidenten-Interview ging vor wenigen Monaten um die Welt. Bei POLITICO (gehört wie BILD zu Axel Springer) leitet Dasha das White-House-Team, außerdem ist sie Moderatorin des Podcasts „The Conversation“. Dasha Burns ist in der Ukraine geboren und hat in Berkeley (Kalifornien) Medienwissenschaften und Anthropologie studiert.