Bielefeld. Für Arminia Bielefeld ging es im Heimspiel gegen Darmstadt 98 beinahe schon um alles – und so trat der DSC auch auf. Beim hochverdienten 2:1 (0:1)-Heimerfolg über den Aufstiegsaspiranten belohnten sich die Arminen für ihren immensen Aufwand mit drei ganz wichtigen Punkten. Im Tabellenkeller verschafften sich die Bielefelder nicht nur etwas Luft, sondern entwickelten beim Start in den Saisonendspurt überlebenswichtiges Momentum. Dementsprechend erleichtert waren die Protagonisten.

Mitch Kniat (Trainer Arminia Bielefeld)

„Ich bin sehr stolz. Wir haben uns sehr viel vorgenommen und alles davon umgesetzt. Trotzdem liegen wir nach ein paar Minuten hinten. Es war Darmstadts einziger gefährlicher Torschuss. Dann liegt es an unserer Moral, dass wir so zurückkommen. Das Publikum hat uns vor Anpfiff noch einmal eingeschworen und die Intensität war von Beginn an da. Heute war alles picobello. Am Ende wird immer Mut belohnt. Und heute haben wir sehr mutig gespielt. Wir sind den Gegner extrem hoch angelaufen, haben extrem gut gepresst und hatten so Ballgewinne, die uns ins Spiel gebracht haben. Es ist aber noch längst nicht alles super. Hinten raus müssen wir bestehen. Die letzten sechs Spiele müssen wir mit dieser Art und Weise zu Ende bringen.“

Florian Kohfeldt (Trainer Darmstadt 98)

„Es war ein hochverdienter Heimsieg. Das einzig Gute war, dass es bis zur 80. Minute 1:1 stand. Wir haben keine spielerischen Lösungen gefunden. Ich hatte das Gefühl, dass sie sehr genau wissen, was wir machen. Das spricht für die Analyse bei Arminia. Dann haben sie – so muss ich es sagen – uns weggearbeitet. Bei den Basics, die immer kommen müssen, bevor man überhaupt über Taktik redet, war Arminia besser. Das ist keine schöne Aussage, aber ich bin weit davon entfernt, den Stab über meine Mannschaft zu brechen. Wenn überhaupt, war das der erste Totalausfall in dieser Saison.“

Semir Telalovic (Arminia Bielefeld)

„Das Tor war ein ganz besonderes Gefühl, weil ich eine echt schwierige Saison habe. Ich bin froh, dass ich getroffen habe, aber das Wichtigste sind die drei Punkte. Uns war es egal, dass wir hinten lagen, weil wir gespürt haben, dass wir voll im Spiel sind. Man hat gesehen, wie viele Chancen wir uns erspielt haben. Wir haben uns gesagt, dass wir das Spiel drehen – so ist es dann auch gekommen.“

Jannik Rochelt (Arminia Bielefeld)

„Ich habe mich riesig gefreut, dass es (nach der Einwechslung) so schnell mit dem Tor geklappt hat und dass es zum Sieg gereicht hat. Wir haben schon in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht, hatten den Großteil der Spielanteile. Nach dem Ausgleich war die Stimmung wieder komplett da und das Stadion hat gebrannt. Wir haben verdient gewonnen. Wir hatten in den vergangenen Wochen ein paar Spiele, in denen wir mehr Punkte hätten holen können. Umso schöner ist es, dass es heute geklappt hat.“

Stefano Russo (Arminia Bielefeld)

„Mit unserer Intensität ist es schwer, gegen uns zu spielen – vor allem wenn wir so da sind. Wir waren alle wach und fokussiert. Es gibt in jeder Saison Phasen, in denen es nicht so läuft. Wichtig ist, dass man dann zusammenrückt. Das haben wir gemeinsam mit dem Trainerteam gemacht und geschaut, wie wir unsere Fehler abstellen und unsere DNA wiederbekommen. Feiern können wir hoffentlich in einigen Wochen, jetzt gilt es, gut zu regenerieren.“

Marcel Schuhen (Torwart SV Darmstadt 98)

„Wir waren auf die Intensität von Bielefeld vorbereitet. Es ist auch ganz normal, dass die Stimmung kippt, wenn wir nach einer Führung ein Gegentor bekommen. Das haben wir gemerkt. Wir hatten bis auf den Freistoß keine wirklich große Torchance. Deswegen haben wir zu Recht verloren. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Es geht um die Basics, die Bielefeld weltklasse gemacht hat. Ackern, machen, tun, reinschmeißen – so holen sie ihre Punkte. Für mich als alten Hasen tut es extrem weh, so weggearbeitet zu werden.“