Hunderte Menschen haben am diesjährigen Ostermarsch in Berlin teilgenommen. Nach Angaben der Polizei kamen etwa 1600 Teilnehmer (Stand 15.30 Uhr). Neben der weißen Taube auf blauem Grund waren auch viele iranische Flaggen zu sehen sowie einige pro-palästinensische Demonstranten.
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Der Ostermarsch stand in diesem Jahr unter dem Motto „Demonstration für Frieden“. Nach einer Auftaktkundgebung am Mauerpark im Prenzlauer Berg zog die Demo unter anderem über die Bernauer Straße, Granseer Straße, Swinemünder Straße, Kastanienallee, Schönhauser Allee und Eberswalder Straße.
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Zum Ostermarsch aufgerufen wird von der Friedenskoordination Berlin. Sie kritisiert unter anderem jegliche Aufrüstungspläne für die Bundeswehr sowie die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Das Bündnis lehnt zudem Waffenlieferungen an die Ukraine und nach Israel ab. Trotz der russischen Aggression in der Ukraine warnt die Friedenskoordination vor einem „Feindbild Russland“.
Ein Tagesspiegel-Reporter berichtete, die Aussagen der Teilnehmer des Ostermarsches haben sich vor allem gegen die Wehrpflicht, gegen Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), US-Atomwaffen in Deutschland und gegen Israel gerichtet. Sie hätten sich aber für die russische Gaspipeline Nordstream, Palästina, die linksextremistische Kleinstpartei DKP und für Kuba ausgesprochen. Plakate und Sprechchöre gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin oder die islamistische Terrororganisation Hamas hat es nicht gegeben. Auch Fahnen der von Russland vor vier Jahren angegriffenen Ukraine gab es nicht.
Ostermärsche weitaus kleiner als früher – und im Wandel
Die Ostermärsche haben in den vergangenen Jahrzehnten an Zugkraft verloren. In den 1980er Jahren gingen bundesweit regelmäßig Hunderttausende auf die Straßen. Damals habe die Angst vor einer nuklearen Eskalation ein breites Bündnis geschaffen, weit über den engeren Pazifismus hinaus, sagte der Friedensforscher Tobias Debiel der „Tagesschau“.
Mehr oder weniger FriedvollesÜberall nur Krieg und Leid Können Ostermärsche heute noch etwas ausrichten? Rache statt Strafe Israels Einführung der Todesstrafe ist eine politische und moralische Bankrotterklärung Krieg, Leiden, Zerstörung Warum Papst Leo XIV. so oft schweigt
Inzwischen seien die Aufrufe zu den Ostermärschen zu einseitig und die Bewegung alt geworden. „Es wird zum Beispiel in vielen Aufrufen nicht explizit benannt, dass Russland die Ukraine überfallen hat, Russland wird nicht als Aggressor benannt“, sagte Debiel. „Man spricht nur allgemein vom Ukraine-Krieg oder Krieg in der Ukraine oder im Gaza-Krieg wird nur Israel angeprangert, nicht aber die Hamas.“ (dpa/Tsp)