Nur zwei Jahre unterwegs

Magnetschwebebahn in Berlin: Warum der Traum scheiterte

Aktualisiert am 04.04.2026 – 20:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Die M-Bahn während einer Testfahrt in der Nähe des Gleisdreiecks in Berlin (Archivbild): Der Testbetrieb war geprägt von Störungen und Unfällen.Vergrößern des Bildes

Die M-Bahn während einer Testfahrt in der Nähe des Gleisdreiecks in Berlin (Archivbild): Der Testbetrieb war geprägt von Störungen und Unfällen. (Quelle: imago-images-bilder)

Eine Magnetschwebebahn mitten in Berlin: Was heute unvorstellbar klingt, war Ende der 80er Realität. Doch bei dem Projekt gab es einige Zwischenfälle.

Eine Magnetschwebebahn in der Hauptstadt: Das hatte sich der aktuelle Senat unter Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei Amtsantritt in den Kopf gesetzt. Seit 2024 ist klar: Die Pläne sind ausgesetzt, eine angekündigte Machbarkeitsstudie wird nicht mehr verfolgt.

Doch Ende der 1980er Jahre war der Traum einer Magnetschwebebahn für zwei Jahre Realität. Zwischen Gleisdreieck, der Philharmonie (Kemperplatz) und später dem Potsdamer Platz konnten Fahrgäste kostenlos einsteigen. Bis der erste Mensch mitfahren konnte, durchliefen die M-Bahnen zahlreiche Testfahrten – mit zum Teil besorgniserregenden Unfällen und einem Brandanschlag.

Die Idee zur M-Bahn entstand aus der Not. Nach dem Mauerbau 1961 lag der U-Bahnhof Gleisdreieck auf West-Berliner Seite brach, ebenso ein Teilstück der U-Bahn-Linie U2. Mit der M-Bahn wollte man ein Stück dieser Trasse wiederbeleben – und gleichzeitig mit modernster Technik glänzen.

Ab 1984 wurde zwischen Gleisdreieck und Kemperplatz der Testbetrieb aufgenommen, zunächst auf einem 1,6 Kilometer langen Abschnitt. Die Strecke sollte später verlängert und in das Berliner Nahverkehrsnetz integriert werden. Doch schon in der Planungsphase stieß das Vorhaben auf Kritik, vor allem wegen der hohen Kosten, des geringen Nutzens und der unklaren Zukunft des Projekts.

Der Testbetrieb gestaltete sich alles andere als reibungslos. Die eingesetzte Magnetschwebetechnik war neuartig und störanfällig. Immer wieder kam es zu Problemen bei der Steuerung, den Magneten oder den Stromversorgungsanlagen. Vor allem aber häuften sich Unfälle und sicherheitsrelevante Zwischenfälle.

Im März 1988 ereignete sich ein Unfall, als ein M-Bahn-Fahrzeug ungebremst eine verglaste Außenwand durchbrach. Ein technischer Defekt hatte das Sicherheitssystem versagen lassen. Das Fahrzeug wurde stark beschädigt, es gab keine Verletzten.

Ein weiterer Vorfall zeigte im Sommer 1987 die Unzufriedenheit einiger Menschen mit der M-Bahn: Unbekannte Täter setzten einen der Züge in Brand, das Fahrzeug brannte vollständig aus. Die Ermittlungen führten nie zu einer Verurteilung, doch der Imageschaden war groß. Der Vorfall führte zu einer Unterbrechung des Testbetriebs und verzögerte den geplanten Beginn des Fahrgastverkehrs.

Trotz aller Rückschläge wurde die M-Bahn am 28. August 1989 offiziell für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Nur wenige Wochen nach der Eröffnung fiel die Berliner Mauer.