Flensburgs Emil Jakobsen jubelt.

Stand: 04.04.2026 • 22:41 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt hat durch einen 35:32 (18:13)-Erfolg beim Nordrivalen TSV Hannover-Burgdorf ihre kleine Meisterschaftschance gewahrt. Für die „Recken“ war es bereits die sechste Pleite in Folge in der Handball-Bundesliga.

Die akribische Arbeit des neuen Trainers Juan Carlos Pastor (seit Januar diesen Jahres im Amt) trägt also noch keine Früchte. Der frühere spanische Nationalcoach will seine Mannschaft in allen Bereichen weiterentwickeln – und scheint sie damit noch zu überfordern. So jedenfalls der Eindruck am Samstagabend in vielen Passagen des Duells mit der SG, die homogener und reifer auftrat als die TSV.

Sven-Sören Christophersen, Sportlicher Leiter der „Recken“, war dennoch nicht unzufrieden. „Die Jungs waren voll da und haben die Halle auch ganz gut mitgenommen. Wir haben auch gesagt, dass wir das für uns benutzen müssen. Und ich bin sehr stolz und dankbar, dass die Halle nach wie vor voll ist. Das ist auch der Weg für die Zukunft, weiter gemeinsam sich daraus zu ziehen. Denn nicht jedes der vergangenen sechs Spiele war ein schlechtes“, sagte er dem NDR.

Birlehm verhindert höheren „Recken“-Rückstand

Flensburg zeigte zum Abschluss seiner englischen Woche im ersten Abschnitt keinerlei Anzeichen von Müdigkeit. Die SG kombinierte flüssig und kam gegen die zuweilen etwas hüftsteife TSV-Deckung zu vielen freien Würfen. Die Gastgeber hatten es ihrem Keeper Joel Birlehm zu verdanken, nicht frühzeitig hoffnungslos in Rückstand zu geraten.

Tore TSV Hannover-Burgdorf: Pedersen 11/7, Uscins 5, Fischer 4, Tissier 4, Edvardsson 2, Michalczik 2, Steinhauser 2, Poulsen 1, Solstad 1
SG Flensburg-Handewitt: Golla 11, L. K. Möller 6, E. M. Jakobsen 5/4, Grgic 3, Kirkelökke 3, Pytlick 3, Novak 2, Horgen 1, Knutzen 1
Zuschauer: 9.100

Für den 28-Jährigen schlugen nach nicht einmal 15 Minuten bereits sechs Paraden zu Buche. Doch gegen die immer wieder ohne größere Gegenwehr durchbrechenden Gäste-Akteure war auch ein Birlehm in Top-Form zu wenig für die „Recken“, um auf Augenhöhe mit der SG agieren zu können.

Flensburg gefällt durch konzentrierte Abwehr-Arbeit

Zumal die Niedersachsen auch im Angriff ab Mitte des ersten Abschnitts nicht mehr auf dem erforderlichen Niveau spielten. Flensburg, im bisherigen Saisonverlauf in der Abwehr häufig anfällig, überzeugte in den ersten 30 Minuten durch eine sehr bewegliche und kompakte Deckung und ging verdient mit einer schon recht komfortablen Fünf-Tore-Führung in die Halbzeit.

Hannover schöpft kurzzeitig Hoffnung

Auch nach dem Seitenwechsel hatte es zunächst nicht den Anschein, als würde Hannover die SG in größere Nöte bringen können. Bis zum ersten TSV-Tor nach der Pause dauerte es bis zur 35. Minute. Nachdem Vilhelm Poulsen auf 14:19 verkürzt hatte, steigerten sich die „Recken“ dann jedoch erheblich.

Hannover-Burgdorf (l.) um August Pedersen kämpfte sich in Hälfte zwei ins Spiel.

Aus dem Positionsangriff, in dem Leif Tissier zunehmend besser Regie führte, konnten die Hausherren nun endlich mehr Druck entwickeln. Und auch in der Deckung packten die Hannoveraner jetzt beherzter zu. Dank der erheblichen Leistungssteigerung konnten die „Recken“ den Rückstand zwischenzeitlich auf zwei Treffer verkürzen.

Flensburg wackelte, fiel aber nicht, weil es sich auf seinen Rückraum verlassen konnte. Emil Jakobsen und Niclas Kirkeløkke sorgten mit den Toren zum 32:28 und 33:28 (54./56.) für die Entscheidung zugunsten der Gäste, die Tabellenführer SC Magdeburg damit zumindest ein bisschen auf den Fersen bleiben. Denn der Rückstand auf die „Gladiators“ beträgt bei einer mehr ausgetragenen Partie immer noch vier Zähler.

„Es war 60 Minuten harte Arbeit. Wir mussten hier unsere Aufgaben machen, um die zwei Punkte zu holen“, resümierte Kreisläufer Johannes Golla, der mit elf Treffern erfolgreichster Schütze der SG war,

Norddeutscher Rundfunk