In ICE von Aachen

Maskierter Mann zündet Sprengstoff in Zug – Panik

Aktualisiert am 03.04.2026Lesedauer: 2 Min.

Polizisten stehen auf einem Bahnsteig in Siegburg: Dort wurde der ICE auf seinem Weg von Aachen nach Frankfurt gestoppt.Vergrößern des Bildes

Polizisten stehen auf einem Bahnsteig in Siegburg: Dort wurde der ICE auf seinem Weg von Aachen nach Frankfurt gestoppt. (Quelle: Marius Fuhrmann)

Ein 20-Jähriger zündet pyrotechnische Gegenstände im ICE von Aachen nach Frankfurt. Zwölf Menschen werden verletzt.

Am Tag nach einer Angriff auf Fahrgäste in einem ICE in Nordrhein-Westfalen bleibt der 20-jährige Tatverdächtige vorerst in Polizeigewahrsam. Wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte, ermittle die Kriminalpolizei weiter zu den Hintergründen. Laut Polizei hatte der junge Mann Sprengstoffvorrichtungen in dem Zug gezündet und befindet sich aktuell in Untersuchungshaft.

Die Tat ereignete sich gegen 21 Uhr im ICE 19 von Aachen nach Frankfurt. Eine Zeugin beschrieb einem Reporter vor Ort, wie sie die Situation erlebte. „Es kam ein maskierter Mann aus der Toilette und warf etwas durch den Gang. Es hat laut geknallt und gequalmt, es flogen auch Kunststoffstücke umher.“

Laut der Zeugin habe der Maskierte dann einen zweiten „Knaller“ geworfen. Im Waggon sei Panik ausgebrochen, alle Passagiere hätten sich in ein anderes Abteil gedrängt. „Ich dachte: Das war’s“, beschreibt sie die Situation weiter. Ein Fahrgast habe sich dem mutmaßlichen Täter entgegengestellt und so laut der Zeugin Schlimmeres verhindert.

Bei dem Täter soll es sich um einen Aachener handeln. Nach dem Zünden der Pyrotechnik habe er sich auf die Zugtoilette zurückgezogen, wo ihn andere Fahrgäste festhielten. Der ICE hielt dann außerplanmäßig am Bahnhof in Siegburg, wo der mutmaßliche Täter von Beamten der Bundespolizei festgenommen wurde. Der ICE wurde geräumt; mindestens zwölf Personen wurden leicht verletzt.

Bei der Durchsuchung des Mannes entdeckten die Einsatzkräfte zwei Messer, eine Maske und zwei frei verkäufliche Rauchkörper. Nach Angaben der Bundespolizei hatte der 20-Jährige zuvor mit einem Anschlag gedroht. Die Hintergründe des Vorfalls sind nach wie vor unklar.

Der Staatsschutz der Bonner Polizei ermittle in enger Abstimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf, heißt es – unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Sprengstoff- und das Waffengesetz. Ein politisches Motiv könne nicht ausgeschlossen werden.