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Die Löwen Braunschweig waren praktisch schon erledigt. Platz 18, fünf Siege Rückstand auf den rettenden 16. Platz. Nach 31 Jahren in der Easycredit Basketball-Bundesliga schien der Abstieg für den Klub von NBA-Star Dennis Schröder (32/Cleveland Cavaliers) besiegelt. Doch nun schaffen die Löwen ein (kleines) Osterwunder – und schlagen Vizemeister Ratiopharm Ulm mit 77:76 (38:40). Nach sechs Pleiten in Folge endlich ein Lebenszeichen! Da gratulierte auch Schröder aus den USA, verbreitete per Instagram ein Video mit den Höhepunkten. Allen voran ein Monsterdunk von David N’Guessan (25) in der 33. Minute gegen Ulms Topscorer Chris Ledlum (25) zum 61:56.

„Das war wie ein Befreiungsschlag, hat uns echt weitergeholfen“, sagte Mannschaftskollege Benjamin Schröder (22) im Dyn-Interview. Und fast trotzig: „Es ist noch nicht vorbei. Wir haben jetzt noch sieben Spiele. Es ist nicht vorbei!“ Dabei sah es in der Volkswagen Halle zunächst gar nicht danach aus. Braunschweig verlor fünfmal in Folge den Ball und lag schnell mit 0:7 hinten. Von den 3005 Fans gab’s erste Pfiffe. Trainer Ramon Diaz (43) nahm eine Auszeit und versuchte, seine verunsicherten Spieler zu beruhigen: „Wir müssen aggressiv spielen, Jungs. Seid nicht nervös, entspannt euch. Aber spielt Basketball!“

BBL: Sieg gegen Vizemeister Ratiopharm Ulm: Schröder-Klub Löwen Braunschweig schaffen Osterwunder

Das klappte von da an. Die Hausherren verteidigten giftig und kamen bis zur Halbzeit auf 40:38 ran. Auch nach der Pause konnten sich die Ulmer nicht entscheidend absetzen. Das nutzten die Löwen und zogen im Schlussviertel durch einen 12:4-Lauf weg. Bester Mann war Show-Dunker N’Guessan mit 19 Punkten. Der Niederländer, Simi Shittu (18 Punkte) und Bryant Crawford (16 Punkte) sorgten im vierten Viertel für 18 der 23 Braunschweiger Zähler.

„Der Schlüssel war die Verteidigung“, stellte der Mitte Februar verpflichtete Trainer Diaz fest. „Endlich haben wir es geschafft, über 40 Minuten hinweg konstant zu spielen – vor allem in der Defense. Auch wenn wir offensiv nicht unsere beste Leistung gezeigt haben, besonders zu Beginn des Spiels, haben wir das Spiel gewonnen, weil wir insgesamt solide gespielt haben.“

Die schwankenden Ulmer zeigten dagegen mal wieder ihr schwaches Auswärtsgesicht. Der Vizemeister verlor schon die achte Partie in der Fremde! Anführer Tommy Klepeisz (34) stellte sich hinterher im Dyn-Interview: „Braunschweig hat alles, was sie haben, reingeworfen und die ganze Zeit 100 Prozent Energie aufs Feld gebracht. Wir konnten das wieder über kurze Strecken nicht, haben komplett den Rhythmus und den Faden verloren und sind dann nervös geworden.“

Um die Saison mit vielen Aufs und Abs zu retten, fordert Klepeisz darum: „Wir müssen jetzt in den Spiegel schauen und genau analysieren, woran es liegt, dass wir gegen vermeintlich schwächere Mannschaften oder auch auswärts einfach nicht unseren Basketball spielen können.“

Braunschweigs neuer Coach blieb trotz des Erfolgserlebnisses realistisch. Diaz: „Jetzt konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel in Bonn. Wir müssen gewinnen. Wenn wir so spielen wie heute, haben wir eine Chance. Wenn wir aber so spielen wie in den letzten beiden Spielen, haben wir keine. Es ist ganz einfach. Hoffentlich bleiben wir ab jetzt auf dem heutigen Kurs.“