Bielefeld-Senne. Lange war die halbseitige Sperrung der Osningstraße ein ärgerliches Verkehrshindernis für die Bielefelder Autofahrer. Damit soll jetzt Schluss sein. Nach eingehender Untersuchung der hydrogeologischen Gegebenheiten gibt es nun grünes Licht für eine provisorische Wiederherstellung der Böschung. Vom 7. April bis zum 10. April wird es dafür aber zunächst eine Vollsperrung der Bergstraße im Bielefelder Süden geben.
In Höhe der Hausnummern 304 bis 332 soll in diesem Zeitraum die Straße unterfüllt und ein Teil der Böschung verstärkt werden. Mit Abschluss dieser Arbeiten soll der Verkehr dann wieder frei rollen können – ganz ohne Baustellenampel, wie der zuständige Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen mitteilte.
Bereits 2021 war die Böschung an der Osningstraße zum ersten Mal abgerutscht. Dabei war die Fahrbahn unterhöhlt worden und teilweise weggebrochen. Da zunächst laut Amt kein größerer Schaden ersichtlich war, wurde die Schadstelle beseitigt und an der Böschung mit Schotter aufgefüllt. Diese Lösung entpuppte sich zweieinhalb Jahre später, im September 2023, nicht als dauerhaft tauglich.
Zweieinhalb Jahre Baustellenampel
Es kam zu einem zweiten Hangabrutsch, auf den mehrere Risse in der Fahrbahn folgten. Da ein erneutes Absacken nicht ausgeschlossen und folglich die allgemeine Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte, wurde die Fahrbahn im betroffenen Bereich mit sofortiger Wirkung halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird inzwischen schon zweieinhalb Jahre durch eine Baustellenampel im Wechselverkehr geregelt.
In Reaktion auf den wiederholten Hangabrutsch und die bis dato unbekannte Ursache wurde ein geohydrologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Messungen des Wasserpegels ergaben dabei einen erhöhten Wasserstand im bergseitigen Graben, der mitunter für den Abrutsch des Hangs verantwortlich gewesen sein soll. Der Pegel wurde durch die Erneuerung des Durchlasses an der Stelle durch die Straßenmeisterei Halle behoben.
Das dafür erforderliche Gutachten hat so lange gedauert, weil für aussagekräftige Ergebnisse unter verschiedenen Temperatur- und Witterungsbedingungen über einen langen Zeitraum gemessen werden musste, und erst im Anschluss konnten die Sofortmaßnahmen durchgeführt werden.
Das sind die Umleitungen
Für die Zeit der Vollsperrung in der kommenden Woche sind Umleitungen über die Paderborner Straße (L756), die Lämershagener Straße beziehungsweise Oerlinghauser Straße (L787) und die Selhausenstraße (K10) ausgeschildert. Zufahrten bis zur Hausnummer 332 werden über die Bielefelder Straße/Paderborner Straße (L756) erreicht. Bis zur Hausnummer 304 sind die Grundstücke über die Selhausenstraße (K10) zugänglich.
Die geplanten Baumaßnahmen im April stellen eine provisorische Lösung dar. Langfristige Konzepte, die eine Überplanung der Böschung vorsehen, würden weiterhin untersucht, heißt es vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen.