
AUDIO: Beim Ostereiersuchen: Mehrere Menschen bei Satrup von Baum erschlagen, darunter ein Baby (1 Min)
Stand: 05.04.2026 19:14 Uhr
Drei Menschen kamen am Ostersonntag bei einer Ostereier-Suche ums Leben, als bei Satrup ein Baum umstürzte. Weitere wurden schwer verletzt. Unter den Opfern sind auch Kinder und Jugendliche.
In der Nähe von Satrup in der Gemeinde Mittelangeln (Kreis Schleswig-Flensburg) sind am Sonntagvormittag mehrere Menschen beim Ostereiersuchen von einem umstürzenden Baum getroffen worden. Nach Angaben der Polizei sind dabei drei Personen ums Leben gekommen: Eine 21-jährige Frau, ihre zehn Monate alte Tochter und eine 16-jährige Jugendliche. Eine weitere 18-Jährige wurde schwer verletzt.
Video:
Tragisches Unglück: Drei Menschen bei Satrup von Baum erschlagen (1 Min)
Gruppe kam aus nahegelegener Wohneinrichtung

Nach Angaben der Polizei war die Gruppe aus einem Vater-Mutter-Kind-Wohnheim gerade dabei, Ostereier zu suchen, als ein Baum umstürzte.
Das Unglück ereignete sich demnach um kurz nach 11 Uhr am Sonntagvormittag. Laut Polizei war eine Gruppe von rund 50 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Betreuungspersonen einer nahegelegenen Wohneinrichtung in den Wald bei Satrupholm gekommen, um Ostereier zu suchen. Währenddessen sei ein etwa 30 Meter hoher Baum umgestürzt, sagte ein Polizeisprecher – vermutlich wegen starker Windböen.
Vier Menschen unter Baum eingeklemmt
Vier Personen wurden unter dem Baum eingeklemmt. Die 16-Jährige und die 21-jährige Frau starben noch am Unfallort. Das zehn Monate alte Baby wurde zunächst mit lebensgefährlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Kiel gebracht, wo das Mädchen seinen Verletzungen erlag. Eine 18-Jährige wurde mit einem anderen Rettungshubschrauber schwer verletzt in ein Krankenhaus nach Heide geflogen, wo sie nach Polizeiangaben operiert wurde. Sie sei außer Lebensgefahr. Mehrere weitere Personen erlitten leichte Verletzungen.
Nach Angaben der Rettungsleitstelle waren rund 80 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz. Notfallseelsorger kümmerten sich um die anderen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Betreuer der Wohneinrichtung.
Landesregierung zeigt sich „tief erschüttert“
Am Sonntagnachmittag äußerte sich auch die Landesregierung zu dem Unglück und sprach den Angehörigen und Verletzten ihre Anteilnahme aus. „Das furchtbare Unglück bei Satrupholm am Ostersonntag erschüttert uns zutiefst“, erklärten Ministerpräsident Daniel Günther, Innenministerin Magdalena Finke (beide CDU) sowie Jugend- und Familienministerin Aminata Touré (Grüne). Aus einem gemeinsamen, freudigen Feiertag sei binnen weniger Augenblicke eine entsetzliche Tragödie geworden. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Getöteten, bei den Verletzten und bei allen, die dieses furchtbare Geschehen miterleben mussten“, erklärten Günther, Finke und Touré. Sie wünschten den Betroffenen Kraft und Beistand. Außerdem dankten sie den Einsatzkräften.
Polizei ermittelt weiter zur Unglücksursache
Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an. Unklar ist zum Beispiel, ob der Baum bereits morsch war und ob es entsprechende Warnhinweise in dem Waldgebiet gab. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Region vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 und 75 Stundenkilometer, in exponierten Lagen auch vor schweren Sturmböen mit 90 Stundenkilometer. Die Polizei-Leitstelle Nord meldete im Laufe des Sonntags 47 sturmbedingte Einsätze – meist ging es um herabgestürzte Äste oder andere kleinere Schäden. Die Rettungsleitstelle Nord zählte 15 Einsätze wegen des Sturms.