Ein Loch in der Hülle der «Arctic Metagaz»: Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff im Mittelmeer angegriffen zu haben.

Ein Loch in der Hülle der «Arctic Metagaz»: Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff im Mittelmeer angegriffen zu haben.Bild: Türkische Küstenwache

Laut einer Recherche französischer Journalisten sollen ukrainische Militärs in Libyen aktiv sein und an Angriffen gegen russische Ziele beteiligt gewesen sein. Offizielle Bestätigungen gibt es nicht.

05.04.2026, 20:1805.04.2026, 20:18

Die Ukraine unterhält laut einer Untersuchung des französischen Senders RFI eine militärische Präsenz in Libyen. Dem Bericht zufolge sollen sich mehr als 200 ukrainische Offiziere und Spezialisten im Land befinden. Sie seien unter anderem an zwei Standorten stationiert – in der Stadt Misrata sowie in der Hafenstadt Ezzawiya nahe Tripolis.

In Misrata sollen ukrainische Kräfte demnach gemeinsam mit internationalen Akteuren operieren, während der zweite Standort speziell für den Einsatz von Luft- und Seedrohnen ausgerüstet sein soll. Die Einrichtung in Ezzawiya verfüge über direkten Zugang zum Meer und sei in den vergangenen Monaten ausgebaut worden.

Ausbildung und mögliche Kooperationen

Gemäss den Angaben soll die Präsenz auf einem Abkommen zwischen der Ukraine und der international anerkannten Regierung in Tripolis basieren. Ukrainische Spezialisten würden demnach libysche Streitkräfte ausbilden, insbesondere im Umgang mit Drohnen.

Langfristig könnten laut Bericht auch Waffenlieferungen sowie wirtschaftliche Kooperationen, etwa im Ölsektor, Teil der Vereinbarung sein. Weder die ukrainische Regierung noch die libyschen Behörden haben sich bislang zu den Vorwürfen geäussert.

Angriff auf russischen Tanker im Fokus

Im Zusammenhang mit der Recherche wird auch ein Angriff auf den russischen Gastanker «Arctic Metagaz» Anfang März erwähnt. Moskau hatte der Ukraine und Grossbritannien vorgeworfen, hinter der Attacke zu stehen.

Laut den zitierten Quellen soll das Schiff mit einer unbemannten Seedrohne getroffen worden sein. Die Drohne habe den Maschinenraum beschädigt, woraufhin das Schiff manövrierunfähig geworden sei. An Bord befanden sich Berichten zufolge grosse Mengen verflüssigten Erdgases.

Die Besatzung wurde evakuiert, das beschädigte Schiff trieb anschliessend im Mittelmeer. Ein Abschleppversuch scheiterte später.

Die Ukraine hat eine Beteiligung an dem Angriff weder bestätigt noch dementiert. Beobachter sehen in möglichen Aktivitäten in Libyen einen Hinweis darauf, dass sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zunehmend über die Region des Schwarzen Meeres hinaus ausdehnt. (mke)