In Augsburg gibt es inzwischen knapp 500 öffentliche Ladepunkte für E-Autos. Das zeigt das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur. Eine Ladesäule kann mehrere Ladepunkte haben, wenn dort beispielsweise zwei Autos gleichzeitig angesteckt werden können. Der Wert ist in den vergangenen Jahren konstant gestiegen, 2025 sind rund 50 neue Ladepunkte hinzugekommen. Und auch der Anteil der moderneren Schnelllader ist in den vergangenen Jahren gewachsen: So gab es Ende 2025 in Augsburg 130 Möglichkeiten, ein E-Auto besonders schnell aufzuladen.
In Augsburg gibt es inzwischen etwa 500 öffentliche Ladepunkte für E-Autos
Allerdings ist in der gleichen Zeit auch die Anzahl von E-Autos stark angestiegen. Anfang 2025 waren in Augsburg etwa mehr als 4000 reine E-Autos zugelassen, hinzu kamen noch gut 3000 Hybrid-Autos mit Stecker (Plug-in-Hybride), die ebenfalls die Ladepunkte nutzen können. Heißt: Auf eine Ladestelle in Augsburg kamen zuletzt etwa 15 dort ladefähige Autos.
Der Wert ist besser als in München, wo sich mehr als 22 E-Autos eine Lademöglichkeit teilen müssen und als in den an Augsburg angrenzenden Landkreisen Augsburg-Land und Aichach-Friedberg (jeweils etwa 20). Augsburg schneidet aber beispielsweise schlechter ab als die Audi-Stadt Ingolstadt (weniger als acht) oder die Landkreise Unterallgäu, Oberallgäu und Ostallgäu (rund neun E-Autos pro Ladepunkt). Generell zeigt sich bei einer bayernweiten Auswertung, dass die Ladeinfrastruktur sehr unterschiedlich gut ausgebaut ist.
Der Wert von 15 E-Autos pro Ladepunkt gilt aber ohnehin nur in Hinblick auf die in Augsburg zugelassenen Autos – in einer Großstadt bildet der Wert die Realität nicht komplett ab. Schließlich zieht Augsburg viele Pendlerinnen und Pendler oder Besucherinnen und Besucher an, die dann ein E-Auto in der Stadt aufladen möchten. Außerdem haben in einer Großstadt weniger Menschen eigene Garagen mit Wallboxen – daher sind in Städten tendenziell mehr E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer auf die öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur angewiesen. Bisher finden in Deutschland laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) rund 85 Prozent aller Ladevorgänge privat statt – dazu kann neben der Wallbox zu Hause auch der Firmenparkplatz zählen.
Augsburgs Innenstadt bietet viele Ladesäulen, doch Wohnviertel bleiben teils unterversorgt
Immer wieder zeigt sich, dass die Qualität der Ladeinfrastruktur ein wesentliches Argument für oder eben gegen ein E-Auto ist. Das sagt auch VDA-Präsidentin Hildegard Müller in einer Pressemitteilung Ende 2025. „Das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher, immer und überall einfach und schnell laden zu können, ist zentral für die Akzeptanz der Elektromobilität.“ Dass viele, leistungsfähige Ladesäulen vorhanden sind, sei daher „ein wesentlicher Schlüsselfaktor, um die Menschen für den Umstieg auf die E-Mobilität zu begeistern und spielt für den Markthochlauf eine entscheidende Rolle“.
Nun ist die Zahl der Ladepunkte in Augsburg zwar stark gewachsen. Beim Thema der Abdeckung zeigt sich allerdings, dass es auch in Augsburg noch weiße Flecken gibt. Einen Überblick über alle im Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur aufgeführten Ladesäulen in und um Augsburg bietet unsere Karte.
Während in der Innenstadt und beispielsweise auch in Lechhausen relativ viele Ladesäulen zur Verfügung stehen, sieht es in einigen Wohnvierteln anders aus. In Pfersee gab es Ende 2025 zwei Säulen mit zusammen vier Ladepunkten und auch im südlichen Göggingen waren die Wege weit, um ein E-Auto zu laden.
Dieser Artikel erschien ursprünglich am 27. Januar 2026.
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Jakob Stadler
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