A) Die Tierpfleger halten von sprechenden Papageien gar nichts. Das ist unnatürliches Verhalten, die Vögel brauchen zur Kommunikation keine Menschensprache, verstehen ja auch gar nicht, was sie da sagen. Sie ahmen einfach ihre Umgebung nach, und das gelingt nur durch ständige Wiederholung, weil immer dasselbe passiert. Was für die Tiere langweilig ist, sie brauchen Abwechslung.

B) Die Tierpfleger trainieren regelrecht die Sprechfähigkeit der Papageien. Die ist nämlich sehr nützlich. Weil das die seltene Gelegenheit gibt, dass auch mal Tiere selbst ihre Zoobesucher erziehen. Die neuen Volieren sind ja begehbar, Papageien und Menschen also ohne Trennung beieinander. Da kommt es ganz besonders drauf an, dass sich die Menschen nicht lärmend hektisch bewegen oder gar ihr Futter präsentieren. Und genau dass kann ihnen ein sprechender Ara gleich am Anfang mitgeben. Mit Kommandos wie „Ruhe!“ oder „Wir sind satt.“ Das ist für die Besucher lehrreich und unterhaltend zugleich.

C) Sprechende Papageien dienen der Forschung. Zum Beweis ihrer Intelligenz. Der Zoo Leipzig hat ja bereits Erfahrung als Forschungspartner. Schon die Menschenaffenanlage Pongoland ist in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut entstanden, das wird nun auch auf die Aras in den Volieren ausgedehnt. Die Wissenschaft hat schließlich Fragen: Können Papageien situativ antworten? Zum Beispiel auf die Frage. ob sie Hunger haben mit „Ja“ oder „Nein“. Können sie einen Lückentext füllen, wenn sie ihn oft genug hören? Sind sie eventuell sogar mehrsprachig? Die Forschung ist neugierig, und sieht hier eine Chance.