Für einen Bruchteil der bisherigen Kosten

Ukraine löst wohl Problem der teuren Flugabwehr

06.04.2026 – 13:36 UhrLesedauer: 1 Min.

imago images 0852001338Vergrößern des Bildes

Alltag im Krieg: Ukrainische Soldaten trainieren mit einer Drohne. (Quelle: IMAGO/Dmytro Smolienko/imago)

Eine Kooperation zwischen einem japanischen Unternehmen und einem ukrainischen Start-up soll die Luftabwehr deutlich billiger machen. Im Fokus stehen Drohnen statt teurer Raketen.

Die Ukraine arbeitet gemeinsam mit einem japanischen Technologieunternehmen an einer neuen Generation von Abfangdrohnen zur Luftverteidigung. Ziel ist es, kostengünstig auf russische Angriffe mit Drohnen zu reagieren.

Hintergrund ist ein strukturelles Problem moderner Luftabwehr: Während einfache Angriffsdrohnen oft nur wenige zehntausend Dollar kosten, werden zu ihrer Abwehr bislang häufig Raketen eingesetzt, die um ein Vielfaches teurer sind. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen kann eine Abfangdrohne dagegen bereits für wenige tausend Dollar produziert werden.

An der Entwicklung beteiligt sind das japanische Unternehmen Terra Drone sowie das ukrainische Start-up Amazing Drones. Letzteres sitzt in Charkiw und entwickelt seine Technik unter Kriegsbedingungen. Die neue Drohne soll Geschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde erreichen und Ziele in einer Entfernung von bis zu 35 Kilometern bekämpfen können.

Die Partner wollen die Produktion ausweiten. Terra Drone hat dafür nach eigenen Angaben zunächst rund zehn Millionen US-Dollar investiert. Ziel ist es, die Technologie in größerem Maßstab einzusetzen und perspektivisch auch international anzubieten.

Der Einsatz günstiger Drohnen zur Abwehr gilt als mögliche Antwort auf die zunehmende Verbreitung preiswerter Angriffsgeräte, wie sie Russland im Krieg gegen die Ukraine regelmäßig einsetzt. Experten sehen darin eine Entwicklung, die auch über den Konflikt hinaus Bedeutung für die militärische Sicherheit haben könnte.