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Berlin – Beim Gedenken an den Terroranschlag vor 40 Jahren wurden allgemeine Worte gesprochen, die Täter und ihr Motiv aber nicht genannt. Wie konnte das geschehen?

Am 5. April 1986 ging in der Diskothek „La Belle“ (Hauptstraße 74, Friedenau) eine Bombe hoch. Drei Besucher waren sofort tot, 104 wurden schwer verletzt. Die meisten Opfer waren US-Soldaten.

Zur Erinnerung an den Terroranschlag legte der Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann (Grüne), am Ostersamstag einen Kranz am Ort des Geschehens nieder. „Der Anschlag auf die Diskothek La Belle war ein Akt des Hasses und der Gewalt“, sagte er. Gerade heute, in einer Zeit, in der wir weltweit mit Konflikten, Terror und Polarisierung konfrontiert sind, bleibt die Erinnerung von besonderer Bedeutung.

Am Ort des Anschlag, Hauptstraße 74, legte Bürgermeister Jens Oltmann (Grüne), am Ostersamstag einen Kranz nieder

Am Ort des Anschlags, Hauptstraße 74, legte Bezirks-Bürgermeister Jens Oltmann (Grüne) am Ostersamstag einen Kranz nieder

Foto: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

Diese allgemeinen Worte werden der Sache nicht gerecht. Der Anschlag wurde auf Befehl des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi (1942-2011) von der Botschaft Libyens in Ost-Berlin organisiert, das DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MFS) half dabei.

Gaddafi hatte 1969 eine sozialistische Diktatur im islamischen Gewand errichtet und dem Westen den Terror-Krieg erklärt. Zu seinen zahlreichen spektakulären Zielen gehörte neben dem La Belle auch eine Boeing 747 der Fluglinie Pan American, die am 21. Dezember 1988 über dem schottischen Lockerbie gesprengt wurde. Alle 259 Menschen an Bord starben.

Der Anschlag auf La Belle war also viel mehr als „ein Akt des Hasses und der Gewalt“, wie der Bürgermeister es formuliert. Der Anschlag  war Teil eines Terrorkrieges islamischer Staaten und Gruppen, der am 11. September 2001 seinen Höhepunkt erreichte und seitdem auch in Europa tobt. Wer die Täter nicht beim Namen nennt, der hat nicht verstanden, wie stark wir bedroht sind.

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de