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Im Ukraine-Krieg geraten ein Ostsee-Hafen und eine große Raffinerie in Kiews Visier. Russland trifft derweil ein Wohnhaus in Odessa.
Primorsk/Kstovo – Während im Westen am Osterwochenende der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft Ausdruck verliehen wird, gehen die Luftschläge im Ukraine-Krieg unbeirrt weiter. In der Nacht auf Sonntag habe die Luftabwehr 19 Drohnen über der Region Leningrad abgeschossen, teilte der zuständige Gouverneur Alexander Drosdenko auf seinem Telegram-Kanal mit.
Das Feuer ist am Horizont zu sehen: Diese Ausnahmen sollen aus Kstovo stammen, wo ukrainische Drohnen eine Lukoil-Raffinerie angegriffen haben. Unabhängig verifizieren lassen sich die Aufnahmen nicht. © Screenshots Telegram
Dabei geriet auch eine Ölpipeline nahe des Hafens der an der Ostsee gelegenen Stadt Primorsk in Brand, erklärte der Politiker weiter. Zunächst sprach er davon, dass Trümmer für den Schaden gesorgt hätten. Das übrige Öl der abgesperrten Leitung sei kontrolliert entwichen. Es habe keine Verletzten gegeben.
Ukraine greift Putins Raffinerie an: Großbrand bei Lukoil in Kstovo
Zwei Stunden später aktualisierte Drosdenko die Informationen jedoch und teilte mit, die Ölpipeline sei nicht beschädigt worden. Der Austritt des brennbaren Inhalts sei auf Splitter zurückzuführen, die einen der Treibstofftanks getroffen hätten. Zu jenem Zeitpunkt waren die Aufräumarbeiten demnach bereits abgeschlossen.
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Derweil ließ Robert „Madyar“ Brovdi via Telegram wissen, seine Einheit habe den „Transneft“-Hafen von Primorsk und die Lukoil-Raffinerie im deutlich tiefer in Russland gelegenen Kstovo in Nischni Nowgorod attackiert. Der Major ist Kommandeur der Einheit für unbemannte Systeme der ukrainischen Streitkräfte, die sich auf Drohnen-Einsätze spezialisiert hat.
Brovdi sprach von einem „segensreichen Besuch“, den „freiheitsliebende ukrainische Vögel“ den russischen Anlagen abgestattet hätten. Die Raffinerie habe „an allen Toren Öl verloren“. Es sei ein Großbrand ausgebrochen, ergänzte er unter Verweis auf Überwachungsvideos, die auf Telegram kursieren. Die Lukoil-Raffinerie zählt zu den größten im Reich von Kreml-Chef Wladimir Putin, dort entstehen Dutzende verschiedene Erdölprodukte. Bereits in den vergangenen Monaten waren Kiew immer wieder Luftschläge gegen Putins Anlagen gelungen, auch in diesem Jahr wurde die Wirtschaft des Landes auf diese Weise getroffen.
Russland beschießt Ukraine: Moskau will Militärflugplätze und Drohnen-Hallen angegriffen haben
Russlands Verteidigungsministerium verkündete derweil auf X die Zerstörung von 87 unbemannten Luftfahrzeugen der Ukraine zwischen 22 Uhr und 8 Uhr Moskauer Zeit. Diese seien in den Gebieten Belgorod, Brjansk, Woronesch, Nischni Nowgorod, Kursk, Orjol, Tambow, Kaluga, Pensa, Uljanowsk, Twer und Leningrad sowie den Republiken Mordwinien und Krim abgefangen worden.
Auf der anderen Seite seien in 148 Bezirken Militärflugplätze, Montagehallen für Drohnen, Anlagen des Treibstoff- und Energiekomplexes und temporäre Standorte für bewaffnete ukrainische Einheiten angegriffen worden, teilte das Haus von Verteidigungsminister Andrei Beloussow mit.
Wladimir Putin muss den nächsten Schlag gegen den Ostsee-Hafen in Primorsk mit ansehen: Im März wurde bereits ein Ölterminal getroffen, wie diese Aufnahme zeigt. © AFP PHOTO / (C) 2026 PLANET LABS PBC, Gavriil Grigorov / POOL / AFP
Das ukrainische Verteidigungsministerium präsentierte seinerseits auf X ein Video von zwei Abschüssen von Flugobjekten. Das erste geht direkt in Flammen auf, das zweite wird so schwer beschädigt, dass es anschließend in Richtung Erde stürzt. Auch die Einschläge auf dem Boden sind zu hören.
Angriff auf Wohngebäude in Odessa: Berichte von Verletzten und Dutzenden zerstörten Wohnungen
Derweil wird im von Russland überfallenen Land auch von Attacken auf Wohngebäude berichtet, die Verletzte forderten. In der am Schwarzen Meer gelegenen Hafenstadt Odessa gingen laut dem Leiter der dortigen Militärverwaltung Autos und ein Balkon eines Wohnhauses in Brand. In einem späteren Telegram-Post schrieb Serhiy Lysak sogar von rund 250 beschädigten Fenstern und Balkonen. Vier weitere Balkone seien komplett zerstört worden.
Drei Verletzte mussten medizinisch versorgt werden, zwei von ihnen in Krankenhäusern. Es seien acht Lkw-Ladungen mit Bauschutt abtransportiert worden. 70 Wohnungen in vier Gebäuden seien in Mitleidenschaft gezogen worden.
Oleh Kiper, Leiter der Oblastverwaltung von Odessa, ergänzte auf Telegram, 20 Bewohner seien evakuiert worden. Damit sei „ein weiteres Kriegsverbrechen Russlands an der Zivilbevölkerung der Region Odessa“ dokumentiert worden. (Quellen: Telegram, X) (mg)