Der VfB Stuttgart war in den ersten 45 Minuten zwar nicht drückend überlegen, schaffte es jedoch immer wieder, aus zunächst harmlos wirkenden Situationen binnen Sekunden zu Torchancen zu kommen. So auch in der 32. Minute: Mit wenigen Kontakten kombinierten sich die Gäste sehenswert über die rechte Seite nach vorne, ehe Reena Wichmann den Ball unhaltbar in den Winkel jagte.

Spätestens mit dem Treffer zum 3:0 (43.) deutete wieder vieles auf ein Debakel hin. Nach einem Solo von Leonie Schetter kam Rall im Strafraum frei zum Abschluss und konnte sich die Ecke praktisch aussuchen. In der zweiten Halbzeit ruhte sich der VfB Stuttgart merklich auf seinem komfortablen Vorsprung aus, ließ allerdings weiterhin in der Defensive kaum etwas zu. Der einzige gefährliche Abschluss des VfR Warbeyen blieb ein Schlenzer von Aqsa Mushtaq, der das Tor in der 80. Minute nur knapp verfehlte. Zuvor hatte Stuttgarts Meike Meßmer per Kopfball bereits für den 4:0-Endstand gesorgt (77.).

„Wir werden den VfB Stuttgart bald in der Bundesliga sehen“

Nach dem Abpfiff war die Freude bei den Gästen umso größer. Weil der SC Sand im Parallelspiel beim SV Meppen in der Nachspielzeit noch den Ausgleich kassiert hatte, durfte der VfB Stuttgart in Kleve die Tabellenführung bejubeln. VfR-Trainer Thomas Gerstner gratulierte seinem Stuttgarter Kollegen Nico Schneck. „Ich wünsche den Stuttgarterinnen alles Gute und denke, dass wir den VfB bald in der Bundesliga sehen werden.“

Zum Auftritt seiner Mannschaft fand der Warbeyener Übungsleiter derweil versöhnliche Worte. „Wir haben gut begonnen, waren eng dran und haben zunächst nichts zugelassen. Danach hat uns ein bisschen die Ordnung gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass wir unser Spiel nicht nur 15 Minuten durchhalten, sondern vielleicht die gesamte erste Halbzeit. Die Mannschaft hat trotzdem alles gegeben und ist viel gelaufen. Die Moral stimmt“, sagte Gerstner.

Die Zweite Liga der Frauen legt jetzt zunächst einmal eine dreiwöchige Pause ein. Der VfR Warbeyen setzte seine Abschiedstournee am Sonntag, 26. April, beim Bundesliga-Absteiger FFC Turbine Potsdam fort, der seinerseits noch gegen den drohenden Absturz in die Regionalliga kämpft.