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Moskau – Russlands Despot Wladimir Putin (73) verliert in seinem Land offenbar an Rückhalt in der Bevölkerung. Eine Umfrage des Kreml-nahen Meinungsforschungsinstituts FOM ergab, dass nur noch 71 Prozent der Russen ihrem Präsidenten vertrauen – ein Rückgang von fünf Prozentpunkten und die stärksten Einbußen seit 2019, analysiert das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW). Allerdings hängt die Unzufriedenheit zumindest nicht direkt mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine zusammen.

Vielmehr hätte die Zustimmung für Putin in FOM-Umfragen bereits Anfang Februar abgenommen – zu dem Zeitpunkt, als der Kreml den Internet-Messenger Telegram drosselte. Der Staat blockiert verstärkt konkurrierende und ausländische Dienste wie Telegram oder WhatsApp und geht gegen virtuelle private Netzwerke (VPN) vor, die eine Umgehung der Sperren ermöglichen. Stattdessen drängt der Kreml die russische Bevölkerung zur Nutzung des staatlich geförderten Messengers MAX. Ein nationaler Messenger sei notwendig, da Geheimdienste anderer Länder ausländische Anwendungen unterwandert hätten. Aber das stößt auf Widerstand: Oppositionelle befürchten, dass russische Sicherheitsdienste ihrerseits Zugriff auf die Daten von MAX haben und abweichende Meinungen auswerten.

Telegram-Blockade hat Konsequenzen

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gehört MAX dem Unternehmen VK, dessen Chef der Sohn eines engen Putin-Vertrauten sei. VK teilte mit, die App habe seit ihrem Start vor einem Jahr 107 Millionen Nutzer gewonnen. Der Leiter des Informationsportals TelecomDaily, Denis Kuskow, kritisierte den Zwang: „Die Installation einer App oder die Nutzung eines Dienstes sollte eine persönliche Entscheidung sein.“

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Telegram-Gründer Pawel Durow hatte vergangene Woche erklärt, 65 Millionen Russen würden weiterhin täglich über VPN auf Telegram zugreifen. Versuche des Kreml, gegen diese Zugriffe vorzugehen und IP-Adressen zu blockieren, hätten Medienberichten zufolge auch zu Ausfällen bei Banken geführt. Banking-Apps hätten zeitweise nicht funktioniert, der Zahlungsverkehr sei eingeschränkt gewesen.