Im selben Jahr folgte auch ein erstes Gastspiel in Köln.

1978 kam der Zirkusdirektor nur mit seinem Traum vom „schönsten Zirkus der Welt“ und zwei Tüten voller Wäsche in der Domstadt an. Damals schien sein Traum schon fast verloren. Doch der gelernte Grafiker gab nicht auf, sondern ließ sich auf dem Gelände der früheren Schokoladenfabrik Stollwerck in der Südstadt nieder, erwarb ein altes Panoptikum, gestaltete es um und tingelte fortan über die Jahrmärkte, um Geld zu verdienen. Außerdem begann er, alte Zirkuswagen zu restaurieren.

1980 startete der große Erfolg
von „Circus Roncalli“ in Köln

1980 feiert „Die Reise zum Regenbogen“ mit der Unterstützung des Schweizer Kabarettisten Emil Steinberger im Kölner Josef-Haubrich-Hof seine Premiere. Monatelang waren die Vorstellungen ausverkauft und das “Roncalli-Wunder” begann. Seit 1984 hat der „Circus Roncalli“ im ehemaligen Winterquartier des „Circus Williams“ in Mülheim seine Heimat gefunden, wo sich die Werkstätten, das Archiv, die Verwaltung und das Kreativlabor des Kölner Unternehmens befinden.

Seitdem kehrt Bernhard Paul regelmäßig zum Heimspiel nach Köln zurück, das inzwischen seit Jahrzehnten auf dem Neumarkt mitten in der Innenstadt seine angestammte Heimat gefunden hat. Dann verwandelte sich der meist eher triste Platz in eine bunte Zirkusstadt voller Poesie, Fröhlichkeit und Anmut. Vom 10. April bis zum 25. Mai gibt es dort die Jubiläumsshow „50 Jahre Circus-Theater Roncalli“.

Gerade laufen auf dem Neumarkt die Aufbauarbeiten auf Hochtouren: „Wir sind in diesem Jahr ziemlich eng getaktet. Am Ostermontag lief noch in Recklinghausen die letzte Vorstellung, heute Nacht sind die ersten von insgesamt 25 Wagen in Köln angekommen. Mit dem Zeltaufbau haben wir aber schon am Gründonnerstag begonnen”, berichtet Geschäftsführer Patrick Philadelphia, der zum 14. Mal bei einem Aufbau im Herzen Köln dabei ist und der seine Heimat in Burscheid gefunden hat.

Immer wieder neue Herausforderungen beim Aufbau

Dabei müssen er und sein gut 50-köpfiges Team sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen: „Weil auf der Nordseite des Neumarkts von der KVB eine Haltestelle neu eingerichtet wurde, mussten wir mit dem Zelt 1,70 Meter in Richtung Süden rücken. Bei den knapp 80 Erdnägeln, die das Zelt sicher im Boden verankern, müssen wir immer auch auf Leitungen für Strom oder Wasser achten und teilweise die Nägel durch Gewichte ersetzen. Beim letzten Heimspiel musste der neue Brunnen, der direkt unter der Manege liegt, berücksichtigt werden. Er wird mit Folie abgedeckt, mit Sand aufgefüllt und dann mit Stahlplatten ausgelegt”, erklärt Philadelphia den Aufbau des 15 Meter hohen Vier-Mast-Zeltes, das einen Durchmesser von knapp 37 Metern hat.

Vor Ort befinden sich neben den Kassen- und den Bürowagen auch Wagen mit der Garderoben der Artisten, dem Café de Artistes, der Zirkusküche und den Sanitäranlagen sowie ein Notstromaggregat. Viele Wagen haben schon eine lange Historie vorzuweisen. „Vor Ort wohnen nur der Nachwächter und unser Weißclown Gensi. Die an deren Artisten sind in unserem Winterquartier 2 in Porz oder auf einen angemieteten Platz in Mülheim mit ihren Wagen untergebracht“, sagt Roncalli-Pressesprecherin Angela Weller. Insgesamt sind etwa 100 Menschen auf Tour unterwegs.

Service: „50 Jahre Circus-Theater Roncalli“ vom 10. April bis zum 25. Mai auf dem Kölner Neumarkt, Vorstellungen: mittwochs bis samstags 15 und 19.30, sonn- und feiertags 11 und 15 Uhr. Das Café hat immer zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn (sonntags ab 10 Uhr) geöffnet. Karten gibt es ab 29 Euro ab Freitag an der Zirkuskasse auf dem Neumarkt oder ab sofort online unter: