Der April macht bekanntlich, was er will. Das erste wechselhafte Aprilwetter – eine Mischung aus Sonne, Regenschauern und Wind – haben wir bereits in den vergangenen Tagen erlebt. Und auch das Osterwochenende blieb durchwachsen. Nun soll das Wetter beständiger werden, so prognostizieren es die Wetterportale und auch mehrere Bauernregeln.
Vertraut man den ersten Langzeitprognosen, könnte uns im April ein besonders trockener Monat erwarten. „Wir befinden uns im Hochdruckeinfluss. In dieser Tonart wird es voraussichtlich weitergehen“, sagt der Lübbecker Meteorologe Friedrich Föst. Auch der Deutsche Wetterdienst spricht von ruhigem, milden Hochdruckwetter in NRW für die kommenden Tage. Und im 16-Tage-Trend prognostiziert das Portal Wetter.com ebenfalls kaum Regen und steigende Temperaturen.
So funktioniert der Hundertjährige Kalender
Auch der Hundertjährige Kalender gibt Wettervorhersagen für 2026 und speziell für den April ab und spricht ebenfalls von Trockenheit. Der Kalender beruht auf Beobachtungen aus dem 17. Jahrhundert. Dort machte Mauritius Knauer, Abt im Kloster Langheim in Oberfranken, detaillierte Wetteraufzeichnungen und leitete daraus Vorhersagen ab.
Knauer ging davon aus, dass die Himmelskörper – also Mond, Sonne und die weiteren Planeten unseres Sonnensystems – das Wetter maßgeblich beeinflussen. Daraus schloss er, dass sich das Wetter alle sieben Jahre wiederholt. Heute sind die „Vorhersagen“ eher als Bauernregeln bekannt. „Das sollte man nicht unbedingt immer alles glauben“, mahnt Föst.
Das sagt der Hundertjährige Kalender für den April 2026 voraus
Das Jahr 2026 steht ganz im Zeichen des Merkur. Ein solches Merkurjahr ist mehr trocken als feucht, allerdings auch eher kalt als warm, erklärt etwa das Portal 100-jaehriger-Kalender.com. Außerdem soll es 2026 laut dem Kalender nur wenig Regen geben, woraus eine schlechte Ernte beziehungsweise ein wenig fruchtbares Jahr abgeleitet wird.
Im April sollen vor allem die Tage vom 18. bis 26. April immer schöner und wärmer werden – wenn man dem Hundertjährigen Kalender Glauben schenkt. Für den darauffolgenden Tag, also den 27. April, prophezeit der Wetterbeobachter aus dem 17. Jahrhundert zudem ein Wetterphänomen. Die Rede ist hier vom Tag des „ersten Donners“. Ob es an diesem Tag wirklich blitzen und donnern wird oder – wie man den „ersten Donner“ auch verstehen kann – ein heftiger (Hagel-)Schauer bevorsteht, vermögen heutige Wetterprognosen noch nicht zu sagen.
Die Eisheiligen 2026: Datum, Bedeutung und Bauernregeln im Überblick
„Das ist Quatsch“, sagt Föst. Anhand eines Planeten oder anhand bestimmter Tage das Wetter im Sommer vorherzusagen sei nicht möglich. „Das hat man damals eben geglaubt, weil man noch keine anderen Messtechniken, das Internet oder die Zeitung hatte. Vor allem in der Landwirtschaft brauchte man etwas, an dem man sich orientieren konnte“, erklärt der Wetterexperte.
Auch wenn aus meteorologischer Sicht die Vorhersagen des Kalenders nicht haltbar und eine Übereinstimmung mit der Realität höchstens ein Zufall ist, macht der Hundertjährige Kalender derzeit in weiten Teilen ähnliche Vorhersagen wie die Meteorologen in ihren Langzeitprognosen.
Welche Bauernregeln gibt es noch für den April?
Beruft man sich auf weitere Bauernregeln, fällt ein bestimmter Tag im April ins Gewicht. Der Amantiustag am 8. April trifft laut der jahrhundertealten Überlieferung nämlich auch eine wichtige Aussage für das Wetter im Sommer. Die Bauernregel lautet: „Wenn es viel regnet um den Amantiustag, ein dürrer Sommer folgen mag.“
Im Umkehrschluss heißt es: „Ist’s um Amandus schön, wird der Sommer keine Dürre seh’n“. Bleibt der 8. April also trocken, folgt ein nasser – oder zumindest nicht dürrer – Sommer. Jedoch gilt auch hier, dass die Bauernweisheit nicht unbedingt zutreffen muss. Eine wissenschaftliche Gesetzmäßigkeit ist eben nicht belegt.
Das sagt Meteorologe Föst zu den Bauernregeln
„Auch anhand eines konkreten Tags lassen sich keine echten Vorhersagen treffen“, sagt Föst. „Kein Mensch weiß jetzt schon, wie der Sommer wird!“ Doch per se abtun müsse man Bauernregeln im Allgemeinen aber nicht. Da sei durchaus teils etwas dran. Zum Beispiel könne gar nicht belegt werden, dass es an den Eisheiligen im Mai immer besonders kalt ist. Nach diesem Zeitraum sei aber die statistische Wahrscheinlichkeit, dass es Bodenfrost gibt, deutlich geringer.
„Die Siebenschläferregel hat bei uns auch gute Aussagekraft“, erklärt Föst. In zwei von drei Sommern sei sie zutreffend. Allerdings sollte man sich auch da nicht nach einem Stichtag richten, sondern die Großwetterlage Ende Juni und Anfang Juli im Blick behalten. „Dann hat man meist das Wetter für den Sommer grob raus.“
Diese weiteren Bauernregeln gibt es im April:
- „Regen im April – jeder Bauer will“
- „April kalt und nass, füllt Scheuer und Fass“
- „Bläst der April mit beiden Backen, gibt’s genug zu jäten und zu hacken“
- „April windig und trocknen, lässt das Wachstum stocken“
- „Ist der April schön und rein – wird der Mai umso wilder sein“
- „Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick.“
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