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Nach Ostern streikt der ÖPNV in zwei bayerischen Städten. Verdi fordert höhere Löhne. Auch ein beliebtes Volksfest ist vom Streik betroffen.
Update vom 7. April: Heute geht es los mit der nächsten Runde Streiks im ÖPNV in Bayern. Verdi hat Details mitgeteilt.
Nürnberg/Augsburg – Die Gewerkschaft Verdi plant nach Ostern ganztägige Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Nürnberg und Augsburg. Die Beschäftigten der Verkehrsgesellschaft VAG in der mittelfränkischen Metropole sind dazu aufgerufen, ihre Arbeit am kommenden Dienstag und Mittwoch niederzulegen. In Augsburg soll ebenfalls am Dienstag gestreikt werden.
Verdi ruft erneut zu Streik auf: So ist die Lage in Nürnberg
Konkret sollen Mitarbeiter der Nürnberger Verkehrsgesellschaft VAG am Dienstag, 7. April, und am Mittwoch, 8. April, ganztägig ihre Arbeit niederlegen. Laut Verdi sind am ersten Streiktag zunächst nur Wartungsbereiche betroffen. Am Mittwoch rechnet die Gewerkschaft dann mit deutlich spürbareren Folgen für Fahrgäste.
Unter anderem in Nürnberg wird erneut gestreikt (Archivbild). © IMAGO / Ardan Fuessmann
Die Arbeitsniederlegung erstreckt sich nach Gewerkschaftsangaben auf U-Bahnen, Straßenbahnen und den gesamten Busbetrieb im Stadtgebiet. Wer auf die S-Bahn ausweicht, hat hingegen Glück: Diese fährt planmäßig.
Der Streik dürfte sich auch auf die Besucher des Nürnberger Volksfestes auswirken, das am Osterwochenende startete und bis zum 26. April dauern soll.
Auch die VAG selbst betonte, dass sich die Maßnahmen von Verdi „nach aktuellem Kenntnisstand“ nur am Mittwoch ganztätig auswirken. Am Dienstag werde nur die U-Bahn-Werkstatt bestreikt, der U-Bahn-Betrieb laufe aber nach Plan. „Wie an den vergangenen Streiktagen bietet die VAG Busbetrieb auf Basis des NightLiner-Netzes an“, heißt es auf der VAG-Website. Demnach fahren die NightLiner-Linien N1 bis N15 und N61 von circa 5 Uhr bis 1 Uhr im 60-Minuten-Takt ab dem Nürnberger Hauptbahnhof in alle Stadtteile. Die Busse der Linien N1, N7, N9 und N15 werden von Betriebsbeginn bis rund 21 Uhr auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet. Die Buslinien 82 und 83 fahren wie gewohnt nach Regelfahrplan. Nur die Fahrten um 7.19 Uhr und 7.39 Uhr ab Koppenhof müssen entfallen.
Verdi ruft nach Ostern erneut zu Streik auf: Konflikt mit Arbeitgebern läuft weiter
Hintergrund der Aktion ist der laufende Tarifkonflikt mit den Arbeitgebern. Verdi will mit den Warnstreiks den Druck auf die Gegenseite erhöhen.
Nicht nur Nürnberg ist betroffen – auch in Augsburg hat Verdi für den 7. April zu einem Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen. Fahrgäste müssen dort ebenfalls mit massiven Einschränkungen rechnen.
Die Stadtwerke Augsburg empfehlen ihren Fahrgästen, auf Buslinien des Augsburger Verkehrsverbunds (AVV) oder auf Regionalbahnen umzusteigen. „Anders als in manchen anderen Städten, wie etwa München, sind in Augsburg nur wenige Buslinien an externe Busunternehmen vergeben, die nicht bestreikt werden“, hieß es.
„Nach den Erfahrungen der vergangenen Streiktage muss damit gerechnet werden, dass an diesem Tag der Nahverkehr der swa in Augsburg weitgehend zum Erliegen kommt“, berichten die Augsburger Stadtwerke auf ihrer Website. Fahrgäste werden gebeten, sich auf die Situation einzustellen und auf andere Verkehrsmöglichkeiten wie Busse des AVV oder Regionalbahnen zu nutzen, auf das Leihradsystem swabi umzusteigen oder das swa Carsharing zu nutzen.
Verdi-Streik auch in Augsburg – Kommt Bewegung in die Verhandlungsrunden?
Vor rund einer Woche war die vierte Verhandlungsrunde zwischen Verdi und der Arbeitgeberseite ergebnislos geblieben. Der nächste Termin am Verhandlungstisch ist für den 15. April angesetzt. Verdi vertritt in dem Konflikt rund 9.000 Beschäftigte in mehr als 20 Nahverkehrsunternehmen und verlangt deutlich höhere Löhne.
Zuletzt hatte es allerdings etwas Bewegung gegeben. Die Arbeitgeber erklärten, ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt zu haben. Bei einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten sei eine Entgeltsteigerung von mehr als 6 Prozent geboten worden. Bei einer Laufzeit von 48 Monaten liege das Angebot bei rund 9 Prozent plus einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde.
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Verdi betonte, man sei den Arbeitgebern bereits deutlich entgegengekommen. Aktuell verlange die Gewerkschaft eine Gehaltserhöhung von insgesamt 550 Euro in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Ursprünglich hatte Verdi rund 670 Euro bei nur einem Jahr Vertragslaufzeit gefordert. Zusätzlich strebt die Gewerkschaft weiterhin kürzere Arbeitszeiten an.
Nach Angaben von Verdi soll in der kommenden Woche auch in anderen Städten Bayerns die Arbeit niedergelegt werden. Wo genau, war zunächst unklar. Zudem gebe es Planungen für eine landesweite Aktion, aber noch kein genaues Datum, sagte ein Gewerkschaftsvertreter der Deutschen Presse-Agentur. (Quelle: dpa, VAG, swa) (kam)