Nach Angaben des VNA-Korrespondenten in Paris wurden am Nachmittag des 7. April im Vietnamesischen Kulturzentrum in Frankreich (Distrikt 13, Paris) zwei Siegerwerke des Wettbewerbs „Tausend-Meilen-Straße 2026“ der jungen vietnamesischen Künstler Lam Gia Huan und Nguyen Nguyet Anh in einer Sonderausstellung gezeigt.

Die vom Zentrum in Zusammenarbeit mit der Vereinigung asiatischer Künstler in Paris organisierte Veranstaltung stieß bei Kunstexperten und Kunstliebhabern gleichermaßen auf großes Interesse.

In seiner Rede auf der Ausstellung betonte Herr Dinh Ngoc Duc, Direktor des Vietnam Cultural Center in Frankreich, die Rolle des Zentrums als wichtige Brücke zur Förderung der vietnamesischen Kultur, des Sports und des Tourismus in der Welt.

Er erklärte, dass Kunstaktivitäten wie diese Ausstellung nicht nur zur Erhaltung des kulturellen Lebens der vietnamesischen Gemeinschaft in Frankreich beitragen, sondern auch das Bild der vietnamesischen Kultur in der europäischen Öffentlichkeit verbreiten.

Obwohl die Ausstellung nicht groß angelegt ist, hat sie eine praktische Bedeutung, da sie jungen Künstlern die Möglichkeit bietet, Zugang zum internationalen Kunstumfeld zu erhalten, ihren Austausch zu erweitern und kreative Inspiration für ihre zukünftigen Projekte zu sammeln.

Der von Charlotte Agustes-Reynier, Präsidentin der Vereinigung asiatischer Künstler in Paris, initiierte Preis „Thousand-Mile Road“ hat zum Ziel, vietnamesischen Kunststudenten die Möglichkeit zu geben, das Kunstumfeld in Frankreich kennenzulernen.

Sie erklärte, die preisgekrönten Künstler würden eine Woche in Paris verbringen, Museen besuchen, klassische Werke betrachten, Künstler treffen und berufliche Netzwerke knüpfen. Dies diene als Sprungbrett, um ihren Horizont zu erweitern, ihre Grenzen zu überwinden und kreatives Wissen zu erwerben. Die Auswahl der Künstler obliege einer Jury aus Experten für zeitgenössische Kunst, Kunstgeschichte und Galeristen mit dem Ziel, junge Talente mit herausragenden kreativen Persönlichkeiten zu entdecken.

ttxvn-giai-thuong-1.jpg Alexandre Eliaba, stellvertretender Direktor und Leiter der Abteilung für Bildende Kunst und Asiatische Kunst, ist der Ansicht, dass die Gemälde vietnamesischer Künstler ein interessantes Zusammenspiel zwischen westlichen künstlerischen Einflüssen und vietnamesischer kultureller Identität aufzeigen. (Foto: Ngoc Hiep/VNA)

Hinsichtlich des künstlerischen Wertes der Werke bemerkte Alexandre Eliaba, stellvertretender Direktor und Leiter der Abteilung für Bildende Kunst und Asiatische Kunst, dass die Gemälde vietnamesischer Künstler eine subtile Mischung aus westlichen Maleinflüssen und nationaler kultureller Identität aufwiesen.

Die Werke offenbaren die Tiefe der vietnamesischen Tradition, Geschichte und künstlerischen Praxis und wenden gleichzeitig flexibel die Prinzipien der europäischen Malerei an, wodurch eine harmonische Ausdruckssprache entsteht, die sowohl vertraut als auch neuartig ist.

Der Künstler Lam Gia Huan erläuterte sein Kunstwerk „Annam-Gebetshalle“ und erklärte, die Inspiration sei ihm ganz natürlich durch das Bild von Frauen gekommen, die in einer Kirche in der Nguyen-Dinh-Chieu-Straße ( Ho-Chi-Minh -Stadt) die Morgenmesse besuchten. Dieser alltägliche Moment habe starke Emotionen in ihm geweckt, die er in seinem Gemälde zum Ausdruck brachte. Das Bild der Frau sei zudem ein wiederkehrendes Motiv in seinem Werk, das auf seine tiefe Verbundenheit zu seiner Mutter zurückzuführen sei. Für ihn sei die Auszeichnung nicht nur eine Anerkennung, sondern auch der Beginn einer langen künstlerischen Reise.

Die Künstlerin Nguyen Nguyet Anh erklärte, ihr Werk „Versteckspiel“ drehe sich um die Reise der Selbstfindung im Verhältnis zur Natur. Aufgewachsen in Hanoi – wo das städtische Lebenstempo die Menschen mitunter von ihrer inneren Welt entfremdet – erkannte sie, dass Momente des Eintauchens in die Natur Momente der Ruhe und ein tieferes Verständnis der verschiedenen Facetten des eigenen Selbst sind.

ttxvn-giai-thuong-2.jpg Die junge Künstlerin Nguyen Nguyet Anh gewinnt mit ihrem Kunstwerk „Versteckspiel“ den „Thien Ly Road“-Preis. (Foto: Ngoc Hiep/VNA)

Für sie war die Auszeichnung nicht das Ziel, sondern vielmehr Ansporn, weiter zu experimentieren und kreativ zu sein. Ihre Erfahrungen in Paris, wo sie viele künstlerische Meisterwerke aus nächster Nähe erleben konnte, inspirierten sie ebenfalls stark für ihren weiteren Weg.

Die Organisatoren gaben bekannt, dass der „Tausend-Meilen-Wege“-Preis jährlich verliehen wird. Die Auswahlrunde findet im September statt, die Preisverleihung im Januar des Folgejahres. Jedes Jahr werden zwei vietnamesische Kunststudenten ausgewählt, die an einem Kunstprogramm in Paris teilnehmen und so ihren Horizont erweitern und ihre kreativen Fähigkeiten weiterentwickeln können.

Die Ausstellung würdigt nicht nur das Talent der beiden jungen Künstler, sondern demonstriert auch das Bestreben, die vietnamesische und die französische Kultur durch Kunst zu verbinden. Dadurch wird das Bild einer dynamischen vietnamesischen Kunstszene, die reich an Identität ist und sich zunehmend in die internationale Kunstwelt integriert, weiter gestärkt.

Quelle: https://www.vietnamplus.vn/nghe-sy-tre-viet-nam-toa-sang-tai-phap-voi-giai-thuong-con-duong-thien-ly-post1103570.vnp