Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Engpass bei Drohnenteilen: Kiew schlägt Alarm

Aktualisiert am 08.04.2026 – 21:19 UhrLesedauer: 8 Min.

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Ukrainische Langstreckendrohnen vom Typ Peklo: Die Turbojet-Antriebe dieses und anderer Modelle bezieht die Ukraine von wenigen europäischen Firmen. (Quelle: IMAGO/Volodymyr Tarasov / Avalon/imago)

Die Ukraine braucht dringend mehr Triebwerke für Drohnen. Präsident Selenskyj erneuert sein Angebot an Russland. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Der Ukraine könnten bald wichtige Mini-Turbojet-Triebwerke für ihre Drohnen fehlen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von Waffenexperten und Vertretern von Firmen und Behörden. Europäische Hersteller fahren deshalb ihre Produktion hoch. Gleichzeitig drängen neue Anbieter auf den Markt, darunter der deutsche Drohnenbauer Quantum Systems. Das Unternehmen hat im Februar eine jetangetriebene Drohne vorgestellt, die zusammen mit Airbus entwickelt wurde.

Drohnen mit Turbojet-Antrieb sind für die Ukraine essenziell, da sie Präzisionsschläge tief in von Russland kontrolliertem Gebiet ermöglichen. Sie sind dabei schneller als propellerbetriebene Maschinen und günstiger als klassische Marschflugkörper. Die kleinen Turbojet-Antriebe haben üblicherweise weniger als 30 Zentimeter Durchmesser und bestehen aus leichten Materialien wie Titanlegierungen. Teile der Antriebe können durch 3D-Druck erstellt werden.

Maria Popova, Geschäftsführerin des Ukrainischen Rats der Verteidigungsindustrie, dem größten Verband privater Waffenhersteller im Land, bestätigte einen Engpass bei Turbojet-Triebwerken für Drohnen und den dafür benötigten Materialien. „Das Angebot ist weiterhin knapp weltweit, in der Ukraine sogar noch ausgeprägter.“ Die Ukraine ist auf eine kleine Gruppe europäischer Zulieferer angewiesen, darunter das deutsche Unternehmen JetCat, die tschechische Firma PBS und die Firma Destinus mit Sitz in den
Niederlanden.

Vor dem Hintergrund einer vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Angebot für eine Feuerpause an Russland erneuert. „Wir sind bereit, spiegelbildlich zu antworten, wenn die Russen ihre Angriffe einstellen“, schrieb er auf sozialen Netzwerken. Eine Waffenruhe könne die Voraussetzungen für eine Übereinkunft über ein Ende des Krieges schaffen. Gleichzeitig sprach er seine Unterstützung für die Waffenruhe im Iran-Krieg aus.

Bei russischen Angriffen sind mindestens zwei Menschen in der Ukraine getötet worden. Im nordostukrainischen Gebiet Sumy kam Militärgouverneur Oleh Hryhorow zufolge ein 42-Jähriger in der Gemeinde Romny ums Leben. Russlands Militär habe ein Wohnhaus getroffen, vermutlich mit einer Drohne, schrieb Hryhorow bei Telegram. Die Familie des Mannes sei verletzt worden.

Im Kreis Saporischschja im Südosten des Landes griff Russlands Armee laut Gouverneur Iwan Fedorow mit Gleitbomben an. Mehrere Wohnhäuser und andere Gebäude sind demnach im Dorf Balabyne zerstört worden. Unter den Trümmern eines der Häuser sei die Leiche einer Person gefunden worden, schrieb Fedorow. Eine 47-Jährige sei bei einem Angriff auf die Stadt Saporischschja verletzt worden.