Der Krieg im Iran wirkt sich zunehmend auf die Energiepreise aus und belastet sowohl private Haushalte als auch Unternehmen. Darauf weisen die Verbraucherzentrale in Duisburg und die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) nun hin.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale sind die Preise für Öl und Erdgas an den internationalen Märkten zuletzt zwar deutlich gestiegen. Für die privaten Haushalte schlägt sich das aber nicht sofort in den laufenden Verträgen nieder. Höhere Kosten könnten vor allem erst dann spürbar werden, wenn bestehende Preisgarantien auslaufen oder neue Verträge abgeschlossen werden.
Die Verbraucherzentrale rät deshalb, Gasverträge zu überprüfen. Wichtig seien insbesondere die Laufzeiten und Preisgarantien. Wer demnächst mit steigenden Kosten rechnen müsse, sollte Angebote vergleichen oder über einen Anbieterwechsel nachdenken.
100 Liter Heizöl kosten bei einer Großbestellung rund 145 Euro
Auch bei Heizöl empfiehlt sie, die Marktentwicklung genau zu beobachten. Die Preise hätten zuletzt ein Niveau erreicht, das zuletzt während der Energiekrise 2022 nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine beobachtet worden sei. Bei einer Bestellung von 3000 Litern kostet Heizöl aktuell etwa 145 Euro pro 100 Liter.
Bei Fernwärme rechnen Experten eher mit zeitlich verzögerten Effekten. Viele Anbieter passten ihre Preise nur einmal jährlich an, sodass steigende Kosten oft erst später bei den Verbrauchern ankommen – etwa über die Nebenkostenabrechnung. Langfristig könne es sinnvoll sein, unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden, etwa durch alternative Heizsysteme oder bessere Dämmung von Gebäuden.
IHK fordert Steuersenkungen
Auch die Wirtschaft in der Region spürt die Entwicklung deutlich. Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) berichtet von erheblichen Belastungen vor allem für die Transportbranche. Steigende Kraftstoffpreise setzten Logistikunternehmen, Taxi- und Busbetriebe unter Druck.
Die IHK fordert daher kurzfristige Entlastungen. Eine Senkung der Energiesteuern auf Benzin und Diesel auf das europäische Mindestmaß könne die Preise spürbar reduzieren und Unternehmen helfen, so die IHK. Ohne Maßnahmen drohten weitere wirtschaftliche Folgen auch für andere Branchen.