Der Eingangsbereich des Landtag Niedersachsen in Hannover.

Stand: 08.04.2026 20:17 Uhr

Im Fall um ein innerhalb der CDU-Landtagsfraktion verbreitetes Deepfake-Video hat die Betroffene Strafantrag gestellt. Nach Informationen von NDR Niedersachsen wurde der Eingang am Mittwoch bestätigt.

Der Strafantrag ist nötig, damit die Staatsanwaltschaft ermitteln kann, da es sich um ein sogenanntes Antragsdelikt handelt. Es geht um den Verdacht auf eine Verletzung des Kunsturheberrechts. Nach Angaben des derzeit freigestellten Fraktionsgeschäftsführer Adrian Mohr wurde das Video mit sexualisiertem Inhalt Mitte Januar in einer Gruppe mit dem Namen „MitGLIEDER“ geteilt. Als Gruppenbild diente demnach ein Elefanten mit erigiertem Penis.

Mitarbeiter entlassen, Bürgermeisterkandidat freigestellt

Zu der Gruppe gehörte nach NDR Informationen auch ein Bürgermeisterkandidat aus Dörverden (Landkreis Verden). Er war zuletzt Fraktionsgeschäftsführer der CDU im Landtag und soll vorläufig von seinen Aufgaben entbunden worden sein. Der mutmaßliche Ersteller des Videos wurde nach Informationen des NDR fristlos entlassen. Die betroffene Frau soll am 27. März von dem Video erfahren haben und die Parlamentarische Geschäftsführerin Carina Hermann kontaktiert haben. Die CDU-Fraktion hatte den Fall kurz darauf öffentlich gemacht und nach eigenen Angaben die Staatsanwaltschaft informiert.

Deepfakes: Lücken im Strafrecht

Bei Deepfakes handelt sich um eine neue Form digitaler Gewalt. Das Strafrecht bietet dafür bislang nur begrenzte Ansätze. Wer Deepfake-Pornos verbreitet, kann sich strafbar machen – wer sie erstellt, meist nicht. Derzeit bereitet Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ein Gesetz gegen digitale sexuelle Gewalt vor. Es soll unter anderem das Erstellen und Verbreiten sexualisierter Deepfakes unter Strafe stellen.

Eine eine Porno-Internetseite auf einem Tablet

Der Fall Collien Fernandes zeigt die Gefahr von Deepfakes. Niedersachsen will Betroffene künftig besser unterstützen.

Mikrochip mit Aufschrift Deepfake und Frauengesicht.

Der freigestellte Geschäftsführer Adrian Mohr sieht sich zu Unrecht im Fokus. Carina Hermann widerspricht seiner Darstellung.

Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner im niedersächsischen Landtag in Hannover.

Lechner hat sich in einem Brief an die Landtagsfraktion gewendet. Man wolle „externe Unterstützung“ einholen, heißt es dort.

Ein junger Mann tippt auf einem Smartphone eine WhatsApp-Nachricht.

Nach NDR Informationen soll der dortige Bürgermeisterkandidat Teil der Chatgruppe gewesen sein.

Der Haupteingang des Niedersächsischen Landtags in Hannover.

Der sexualisierte Inhalt soll in einer privaten Mitarbeiter-Chatgruppe geteilt worden sein. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.