Ungarn und Russland haben einen Zwölf-Punkte-Plan zur Vertiefung ihrer politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit vereinbart. Das geht aus bislang unveröffentlichten Dokumenten der russischen Regierung hervor, wonach Aussenminister Péter Szijjártó und Gesundheitsminister Michail Muraschko die Vereinbarung nach Gesprächen in Moskau unterzeichneten, wie das Portal Politico berichtet. Darin werden engere Beziehungen in Bereichen wie Energie, Handel, Industrie, Bildung und Kultur festgelegt.

Wladimir Putin und Viktor Orban bei einem Treffen in Moskau
Valeriy Sharifulin/AP/Keystone
Die Unterlagen zeigen, wie gezielt beide Seiten ihre Kooperation ausbauen wollen. Vorgesehen sind unter anderem Projekte zu Öl, Gas und Kernenergie sowie neue Initiativen in der Strom- und Wasserstoffproduktion. Ziel ist es, den durch EU-Sanktionen geschwächten Handel wieder zu beleben und «langfristige, für beide Seiten vorteilhafte Beziehungen» zu stärken.
Auch im Bildungsbereich ist eine engere Abstimmung geplant, schreibt Politico. Ungarn soll russische Lehrkräfte einsetzen, Austauschprogramme ausweiten und Abschlüsse gegenseitig anerkennen. Zusätzlich sind gemeinsame Programme in Sport und Kultur vorgesehen, einschliesslich eines Aktionsplans für die Jahre 2026 und 2027.
Gleichzeitig hält das Dokument fest, dass die Kooperation «nicht im Widerspruch zu den Verpflichtungen aus der EU-Mitgliedschaft Ungarns stehen» dürfe. Eine unabhängige Überprüfung der Dokumente steht aus.