Monique Zweig, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostbrandenburg, sieht ebenfalls ein wirtschaftliches Zusammenwachsen in beide Richtungen: So habe es in Ostbrandenburg 2015 nur rund 200 Unternehmen mit einem Inhaber oder einer Gesellschaft polnischer Herkunft gegeben. Inzwischen seien es 1.200 Unternehmen – daran sehe man, wie normal das geworden sei, findet Zweig. Sie wünscht sich, Brandenburg und Polen „wirklich als gemeinsame Region zu denken“ – mit gemeinsamer Infrastruktur oder Raumplanung.

Erste Ansätze in diese Richtung scheiterten jedoch regelmäßig an „irgendwelchen bürokratischen Hürden oder Gesetzen“, so Zweig. Als besonders drastische Einschränkung empfindet die IHK-Hauptgeschäftsführerin dabei die Grenzkontrollen, die die Bundesregierung vor zweieinhalb Jahren wieder eingeführt hat: Sobald man wieder anfange, „Grenzen zu bauen oder irgendwelche Hemmnisse einzuführen“, könnten sich Wirtschaft und Industrie nicht entwickeln, sagt Zweig.