Vom rostigen Industriedenkmal zum strahlenden Sternenzentrum: Das Planetarium im ehemaligen Gasometer am Holzplatz in Halle (Saale) feiert sein dreijähriges Bestehen. Was am 30. März 2023 mit einer feierlichen Eröffnung begann, hat sich längst zu einem überregionalen Publikumsmagneten entwickelt. Planetariums-Direktor Dirk Schlesier zog am Mittwoch im Kulturausschuss eine beeindruckende Bilanz und verdeutlichte, dass die Einrichtung mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus als kulturelles und bildungspolitisches Herzstück der Region wahrgenommen wird.
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Astronomische Besucherzahlen und treue Fans
Die Statistik, die Schlesier den Stadträten präsentierte, liest sich wie ein astronomisches Erfolgsrezept. In den vergangenen drei Jahren strömten insgesamt 332.655 Besuchende in das markante Rund am Holzplatz. In den Planungskonzepten standen 180.000. Dabei verteilte sich der Ansturm auf insgesamt 4.655 Veranstaltungen, die ein breites Spektrum von regulären Programmen über Sonder-Events bis hin zu speziellen Schulveranstaltungen abdeckten. Besonders bemerkenswert ist dabei die enorme Strahlkraft der Einrichtung. Während das Interesse aus der Nachbarstadt Leipzig stetig wächst, zieht es auch Gäste aus ganz Deutschland an. Schlesier berichtete stolz von einer Urlauberfamilie aus dem Norden, die während ihres Aufenthalts in der Region das Planetarium gleich elf Mal besuchte. Ein lokaler Stammgast hat es sogar geschafft, bereits an 70 verschiedenen Veranstaltungen teilzunehmen.
Ein starkes Team für das Universum
Hinter diesen beeindruckenden Zahlen steht ein engagiertes Team, das den täglichen Betrieb und die technische Betreuung sicherstellt. Aktuell beschäftigt das Planetarium gerade einmal sieben Festangestellte, die von zwölf weiteren Kräften über Kulturdienstleister unterstützt werden. Hinzu kommen eine Auszubildende sowie eine Stelle im Freiwilligen Sozialen Jahr. Eine tragende Säule der Arbeit bilden zudem die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die mit ihrer Leidenschaft für die Astronomie das Angebot bereichern und den engen Kontakt zum Publikum pflegen.
Qualität durch regionale Eigenproduktionen
Ein wesentlicher Pfeiler der Strategie ist die stetige Weiterentwicklung des Programms. Derzeit stehen 30 verschiedene Shows zur Auswahl, doch Dirk Schlesier betont, dass man sich nicht auf dem bestehenden Angebot ausruhen wolle. Ziel sei es, auch weiterhin eigene Shows zu entwickeln, um einen qualitativ hochwertigen Standard zu garantieren. Solche Investitionen seien essenziell, um die Attraktivität für das Publikum hochzuhalten und die Einnahmen stabil zu sichern. Ein besonderes Aushängeschild ist hierbei die Eigenproduktion „Tausend Sterne sind ein Dom“. Diese weihnachtliche Show verknüpft 360-Grad-Aufnahmen aus den Innenräumen hallescher Kirchen mit den Klängen lokaler Chöre und schafft so eine einzigartige Verbindung zwischen modernster Technik und regionaler Identität.
Das Planetarium als Botschafter der Wissenschaft
Der Erfolg des Hauses beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Kuppel am Holzplatz. Das Team setzt verstärkt auf Präsenz im öffentlichen Raum, um die Faszination für das Weltall zu den Menschen zu bringen. Ob bei den Sternschnuppennächten auf der Burg Giebichenstein oder mit einer mobilen Sternwarte beim Laternenfest – das Planetarium sucht den direkten Dialog. Auch in der Wissenschaftskommunikation für die jüngsten Generationen ist das Haus aktiv, wie Schlesiers jüngster Auftritt bei einer Kinderuni in Chemnitz vor 600 begeisterten Kindern zeigt. Durch die Einbindung aktueller Himmelsereignisse wie Mondfinsternisse, Polarlichter oder die internationale Artemis-Mission zum Mond bleibt das Programm stets am Puls der Zeit und sichert Halle einen festen Platz auf der astronomischen Landkarte Deutschlands.
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