Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Kiews Drohnen schlagen in Pumpstation ein

Aktualisiert am 09.04.2026 – 05:44 UhrLesedauer: 9 Min.

Feuer in einem Öldepot nach einem ukrainischen Angriff (Symbolbild): Auf der Krim soll eine russische Anlage angegriffen worden sein.Vergrößern des Bildes

Feuer in einem Öldepot nach einem ukrainischen Angriff (Symbolbild): Nahe der Krim soll eine russische Anlage angegriffen worden sein. (Quelle: IMAGO/Evgeny Biyatov/imago)

Die Ukraine braucht dringend mehr Triebwerke für Drohnen. Präsident Selenskyj erneuert sein Angebot an Russland. Alle Entwicklungen im Newsblog.

In der Nacht auf Mittwoch haben ukrainische Drohnen eine Öl-Pumpstation im russischen Krymsk getroffen. Das zeigen Berichte auf dem Telegram-Kanal Astra. Auf dem Gelände der Anlage brach nach dem Einschlag ein Feuer aus.

Wie Astra berichtet, fing ein Umspannwerk auf dem Gelände der Krymskaya-Pumpstation Feuer. Anwohner der Stadt hätten mehrere Explosionen gehört.

Im nahe gelegenen Dorf Sauk-Dere kam nach Angaben des Kreis-Gouverneurs Weniamin Kondratjew ein Mensch ums Leben, berichtet der „Kyiv Independent“. Kondratjew sprach lediglich von Drohnentrümmern, die auf einem Feld am Stadtrand und auf dem Gelände eines „Unternehmens“ niedergegangen seien – einen Treffer der Pumpstation erwähnte er nicht.

Die Behörden vor Ort haben einen direkten Angriff auf die Ölanlage bislang nicht bestätigt. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine werden ukrainischen Angaben zufolge ein Mensch getötet und mindestens acht weitere verletzt. In der südlichen Region Odessa beschädigen russische Drohnen zudem ein Umspannwerk, wie die Behörden mitteilen. In der südöstlichen Region Saporischschja kommt ein Mann bei einem Angriff mit Gleitbomben ums Leben. Weitere Verletzte werden aus mehreren Regionen im Osten und Süden des Landes gemeldet. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.

Der Ukraine könnten bald wichtige Mini-Turbojet-Triebwerke für ihre Drohnen fehlen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von Waffenexperten und Vertretern von Firmen und Behörden. Europäische Hersteller fahren deshalb ihre Produktion hoch. Gleichzeitig drängen neue Anbieter auf den Markt, darunter der deutsche Drohnenbauer Quantum Systems. Das Unternehmen hat im Februar eine jetangetriebene Drohne vorgestellt, die zusammen mit Airbus entwickelt wurde.

Drohnen mit Turbojet-Antrieb sind für die Ukraine essenziell, da sie Präzisionsschläge tief in von Russland kontrolliertem Gebiet ermöglichen. Sie sind dabei schneller als propellerbetriebene Maschinen und günstiger als klassische Marschflugkörper. Die kleinen Turbojet-Antriebe haben üblicherweise weniger als 30 Zentimeter Durchmesser und bestehen aus leichten Materialien wie Titanlegierungen. Teile der Antriebe können durch 3D-Druck erstellt werden.

Maria Popova, Geschäftsführerin des Ukrainischen Rats der Verteidigungsindustrie, dem größten Verband privater Waffenhersteller im Land, bestätigte einen Engpass bei Turbojet-Triebwerken für Drohnen und den dafür benötigten Materialien. „Das Angebot ist weiterhin knapp weltweit, in der Ukraine sogar noch ausgeprägter.“ Die Ukraine ist auf eine kleine Gruppe europäischer Zulieferer angewiesen, darunter das deutsche Unternehmen JetCat, die tschechische Firma PBS und die Firma Destinus mit Sitz in den
Niederlanden.