TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Mehr als 11.000 Fans, große Bühne statt alter Halle! Der HSV Hamburg verlegt das Nord-Derby in der Daikin Handball-Bundesliga gegen den THW Kiel in die Barclays Arena – und macht das Duell am Sonntag (15 Uhr, live bei WELT TV und Dyn) zum echten Highlight. Geschäftsführer Christian Hüneburg (50) sieht darin mehr als ein einmaliges Event: „Das soll unser neues Normal werden.“ Mindestens sieben Arena-Spiele sind für die kommende Saison geplant. Gegen Rekordmeister Kiel will der HSV die besondere Atmosphäre direkt nutzen – und im Rennen um die Champions-League-Plätze für zusätzlichen Druck sorgen.

Foto: Dyn
Denn Kiel wackelt in dieser Saison. Trotz großer Namen und viel Qualität fehlt dem Rekordmeister die Konstanz, er leistet sich immer wieder Ausrutscher – zuletzt gegen Eisenach (30:30). Zuvor gab es bereits unerwartete Niederlagen u. a. gegen Gummersbach (26:34) und in Stuttgart (27:32). Der Rückstand auf Tabellenführer Magdeburg beträgt aktuell 13 (!) Punkte. Die Königsklassen-Quali ist aktuell mehr Wunsch als Realität.

THW-Kapitän Domagoj Duvnjak (37/r.) trifft am Sonntag in Hamburg auf seinen Ex-Klub, sieht alte Bekannte und Freunde
Foto: Sascha Klahn
Der HSV kommt mit leichtem Rückenwind nach dem Erfolg in Minden (30:29) – und mit einer Spielzeit, die das „zwischen Spektakel und Schießbude“ widerspiegelt: regelmäßig über 30 geworfene Tore, aber bereits 863 Gegentreffer – nur die Aufsteiger Minden und BHC kassierten mehr. Hamburg hält oft mit – und genau darin liegt die Chance gegen den Rekordmeister THW Kiel. „Ich freue mich auf das Spiel“, erklärt Trainer Torsten Jansen (49). „Gegen Kiel vor solch einer Kulisse – da brennen alle drauf. Da muss ich keine Rede vorher halten. Das Feuer wird sich von allein anzünden. Wir wollen Kiel einen harten Kampf liefern. Dafür müssen wir alles auf der Platte lassen, dann haben wir auch eine Chance gegen den THW.“
Jansen weiß aber auch, wie gefährlich die Kieler sind – trotz aller Schwankungen. Siege gegen Magdeburg und Flensburg belegen das. Jansen zu SPORT BILD: „Sie würden am liebsten wohl jedes Spiel gegen Magdeburg spielen. Oder gegen Flensburg. Das ist gerade auch ein bisschen auf und ab. Das heißt nicht, dass da für uns alle Tore offenstehen. Das ist eine international so erfahrene Mannschaft. Mit Top-Spielern.“
Jansen weiter: „Scheißegal, wie die derzeitige Lage ist, sie sind ein Spitzenverein in Europa. Wer jetzt sagt, sie seien in einer schlechten Phase, der hat das alles nicht verstanden.“ Gerade gegen Top-Teams liefere Kiel – „da bedeuten die letzten Spiele gar nichts“

Wird dem HSV weiterhin nicht zur Verfügung stehen, soll sich erholen: Dominik Axmann (26/r.)
Foto: WITTERS
Personell bleibt die Lage in Hamburg angespannt: Casper U. Mortensen (36, Knorpel-Probleme) wird ausfallen. Nicolaj Jörgensen (26, Ellenbogen) und Moritz Sauter (23, Wade) können nur dosiert trainieren. Hoffnung gibt es am Kreis: Co-Kapitän Andreas Magaard (27) steht nach Knie-OP vor dem Comeback. „Wir sind frohen Mutes“, erklärt Sportdirektor Jogi Bitter (43). Parallel ist Junioren-Nationalspieler Jan Schmidt (21) noch in Liga 2 mit Dormagen gefordert – ein zusätzlicher Einsatz am Sonntag scheint zumindest nicht ausgeschlossen.
Eine längere Pause muss Dominik Axmann (26) einlegen. Sein operiertes Knie wird weiterhin dick, bereitet ihm Schmerzen. Bitter erklärt deutlich: „Axel kriegt von uns die nötige Ruhe.“