Bielefeld. Eigentlich sollte dieses Problem längst keines mehr sein – doch es hört nicht auf: Rund um Ostern landen wieder viel zu viele ausgesetzte Haustiere im Tierheim des Tierschutzvereins Bielefeld. Die Bilanz 2026 ist bedrückend.

Nach Angaben des Tierschutzvereins Bielefeld wurden innerhalb weniger Tage mehrere Kaninchen und Meerschweinchen gemeldet, die offenbar einfach sich selbst überlassen worden waren. Zwei Kaninchen wurden zusammen mit ungeeignetem Futter – darunter Brot und Haferflocken – zurückgelassen. Beides könne bei den empfindlichen Tieren zu schweren Verdauungsproblemen führen.


Die Tiere sind teils in sehr schlechtem Zustand. - © Tierschutzverein Bielefeld

Die Tiere sind teils in sehr schlechtem Zustand.
| © Tierschutzverein Bielefeld

In einem weiteren Fall wurden zwei Kaninchen entdeckt, von denen nur eines lebend im Tierheim ankam. Das andere Tier verendete nach einem Zusammenstoß mit einem Auto – ein Schicksal, das ausgesetzten Haustieren im Straßenverkehr häufig droht. Drei ausgesetzte Meerschweinchen konnten immerhin rechtzeitig gesichert werden. Ihr Zustand beschreibt das Tierheim als deutlich vernachlässigt; ohne schnelle Hilfe hätten sie vermutlich nicht überlebt.

Solche Fälle sind kein Einzelfall


Mehrere traurige Funde melden Bürger rund um Ostern dem Tierheim. - © Tierschutzverein Bielefeld

Mehrere traurige Funde melden Bürger rund um Ostern dem Tierheim.
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Solche Fälle sind kein Einzelfall, sondern spiegeln ein strukturelles Problem wider. Gerade nach Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten registrieren Tierheime regelmäßig einen Anstieg ausgesetzter Tiere. Häufig werden Tiere unüberlegt angeschafft – etwa als Geschenk – und später aus Überforderung oder Desinteresse abgegeben oder ausgesetzt.

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Rechtlich ist das eindeutig: Das Aussetzen eines Haustiers ist in Deutschland kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Nach dem Tierschutzgesetz kann dies mit Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden. Wer ein Tier hält, ist verpflichtet, es artgerecht zu versorgen – und dazu gehört auch, im Zweifel verantwortungsvoll für eine Abgabe zu sorgen, statt das Tier sich selbst zu überlassen.

Tierschutzorganisationen weisen zudem darauf hin, dass insbesondere Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen oft unterschätzt werden. Sie benötigen nicht nur ausreichend Platz, Sozialkontakte und eine angepasste Ernährung, sondern auch regelmäßige tierärztliche Versorgung. Die Vorstellung, sie könnten „einfach draußen klarkommen“, ist schlicht falsch – domestizierte Tiere sind auf menschliche Fürsorge angewiesen.

Der Tierschutzverein bedankt sich ausdrücklich bei den Menschen, die die ausgesetzten Tiere gemeldet und teilweise selbst gesichert haben. Ohne dieses Engagement wären vermutlich noch mehr Tiere gestorben.