
Stand: 09.04.2026 12:56 Uhr
Wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung muss sich eine Frau ab heute vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Sie soll versucht haben, ihren damaligen Ehemann mit einer Säure-Attacke zu töten.
Die 27-Jährige bestritt zum Prozessauftakt die Vorwürfe. Es habe einen Kampf um die Flasche mit der Ameisensäure gegeben, sagte sie vor Gericht. Nach einer Abwehrbewegung habe ihr Ex-Mann dann die Flüssigkeit abbekommen. Die Anklage wirft der Frau dagegen vor, den 32-Jährigen im November 2025 in Schladen (Landkreis Wolfenbüttel) gezielt angegriffen zu haben. Der Mann habe zuvor angekündigt, die Scheidung einreichen zu wollen. Die Angeklagte soll daraufhin den Entschluss gefasst haben, ihn zu töten – auch, um an 400.000 Euro aus einer Risikolebensversicherung zu kommen.
Mann erblindet nach Säureangriff
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte ihren Mann am Tattag unter einem Vorwand in den Keller des gemeinsamen Hauses lockte. Dort soll sie ihm von hinten hochkonzentrierte Ameisensäure über Kopf und Gesicht geschüttet haben. Der Mann flüchtete schwer verletzt aus dem Haus und traf auf einen Nachbarn, der Erste Hilfe leistete und den Notruf absetzte. Das Opfer erlitt schwere Verätzungen und erblindete infolge der mutmaßlichen Attacke vollständig. Der Mann lag mehrere Tage im Koma.

Die Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Mord aus. Das Paar aus dem Landkreis Wolfenbüttel hat zwei kleine Kinder.